Heuchler des Tages: Gérald Darmanin

seines Zeichens französischer Innenminister:

Minister Darmanin will mit Schulungen für Polizisten im ganzen Land besser gegen Tierquälerei kämpfen, teilte er auf Twitter mit. Tiere seien verletzliche, fühlende Wesen, die unseren Schutz verdienen, erklärte er. „Die Gewalttaten, die sie manchmal erleiden, sind unerträglich. Aus diesem Grund habe ich beschlossen, die Mittel zur Bekämpfung dieser Gewalt zu verstärken, die die Franzosen nicht mehr akzeptieren.“

sprach’s und entschwand zum Diplomatenbankett mit Gänsestopfleber, Putenbrust und Froschschenkeln.
Ou, Monsieur Darmanin, êtes-vous végétalien?

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Man kann das Speicherproblem auch schönreden … so wie die Politik.

Und schon das nächste A….bziehbild, dass von der Verantwortung(slosigkeit) der Politik ablenkt nur dieses mal auf der anderen Seite, der Klimaschutz-Scheinheiligen:
Hans-Josef Fell schwadroniert technologiebesoffen über Speicherwundertechnik made in Germany. Mit den neuen Batterietechniken gäbe es überhaupt kein Speicherproblem mehr mit Solar- und Windkraft. Nur ist zum einen auffällig, dass Herr Fell kein einziges mal das Wort „Wirkungsgrad“ in den Mund nimmt und auch keine Rechnung aufstellt wieviel Speicherkapazität man zur Überbrückung einer Dunkelflaute (wie wir sie gerade hatten) denn braucht, so ganz ohne fossile Kraftwerke. Und vor allem wird nicht die Frage beantwortet: was kostet denn eine kWh dieser Speicher bzw. in wie weit ist das skalierbar? Wenn man die Überlegungen von Eduard Heindl kennt, dann vermisst man all dies.
Und natürlich sind diese „alles kein Problem“-Speicher nur Zukunftsvision bzw. befinden sich bestenfalls im Experimentalstadium der Ingenieurs“wissenschaften“. Was aber vollkommen fehlt in Fells Abhandlung: die Untätigkeit der Politik in der Vergangenheit und Gegenwart. Aber was will man von einem Grünen der selbst jahrelang im Bundestag Diäten abgegriffen hat und jetzt wahrscheinlich von einer üppigen Pension lebt auch erwarten?

Nur dass keine Missverständnisse aufkommen: ich halte das Speicherproblem für lösbar, aber nicht mit dieser fossilkorrupten Politikmafia (inkl. Grünen) und nicht in der verbleibenden Zeit bis das Restbudget an THG-Emissionen die Deutschland pro Kopf noch zustehen um die Pariser Klimazielvereinbarungen einzuhalten, aufgebraucht ist.

Gut meine Erwartungshaltung gegenüber grünen Politikern ist gelinde gesagt bescheiden. Aber von einem renommierten Wissenschaftler wie Stefan Rahmstorf erwarte ich doch etwas weniger Naivität (Korrumpiertheit will ich mal nicht unterstellen, was die einzige Alternative wäre) gegenüber der Politik. Aber er schreibt auf Mastodon:

Strikte Einhaltung des Pariser Abkommens ist keine Maximalforderung sondern das Minimum.
Die Parisziele sind schon der kleinste gemeinsame Nenner, auf den sich alle Staaten einigen konnten, da sie einstimmig gefasst werden mussten.
Auch mit den Stimmen der Öl- und Kohlestaaten.
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Dass das eine reine Volksverarschungsveranstaltung war und keine Regierung der Welt ernsthaften Klimaschutz betreibt und auch nicht betreiben will, kommt Herrn Rahmstorf irgendwie nicht in den Sinn. Nicht mal in Staaten, denen das Wasser wortwörtlich schon zum Halse steht wie die Malediven, will deren Regierung Klimaschutz selber machen und fordert Wachstum des Tourismus, was mehr Flugverkehr bedeutet, von Öl- und Kohlestaaten ganz zu schweigen.

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Kaufen Sie mein Buch „Morgen geht die Welt unter!“

Das war irgendwie mein erster Gedanke nachdem ich zuerst las:

Ich hasse es, wenn gewisse Leute sagen: „Ich hoffe, wir werden von der Landkarte verschwinden, denn wir sind eine schreckliche Spezies.“ Es ist eben nicht in Ordnung, dass ein paar Idioten mit dem Leben aller auf diesem Planeten spielen können. Nur weil jemand mit dem Leben hier unzufrieden ist, heißt das nicht, dass es auch alle Unschuldigen auf der Welt sein müssen, und es heißt auch nicht, dass die Tiere, die Insekten und die Pflanzen es sind. Desillusionierte eigene Gefühle sind kein triftiger Grund, dieses nukleare Monster nicht mit Zähnen und Klauen zu bekämpfen. Bewahrt uns vor solchen Omnizid-Fantasien.

und im Nachsatz:

… eine Ausgabe ihres monatlich erscheinenden E-zine erwerben oder etwas Geld in ihre digitale Trinkgeld-Büchse auf Ko-fi, Patreon oder PayPal werfen. Wer mehr lesen möchte, kann auch ihre Bücher kaufen.

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Die politische „muss“-Fäkalsprache

Und schon der nächste in der Berliner Zeitung, der den Sack schlägt und den Esel¹ meint:
Umweltverschmutzung und knappe Ressourcen: Das Problem mit den Elektroautos von Achim Brunnengräber
Schon einige Tage her, aber manchmal rutscht im RSS-Feed auch mal was durch.

Der Autor schimpft in epischer Breite über die Elektromobilität, speziell die Elektroautos und wie umweltverschmutzend, resourcenverschwendend, sozial ungerecht diese seien und überhaupt keine Lösung für irgendwas darstellen. Ja, ein Elektroauto z.B. ein Tesla oder ein e-Golf, ist – wie eigentlich jedes Auto – kein sehr umweltfreundliches Fortbewegungs- und Transportmittel, von einer nachhaltigen Mobilitätslösung für 8 Milliarden Menschen ganz zu schweigen. Ich rate auch niemandem seinen bereits existierenden Verbrenner zu verschrotten und ohne Mehrwert ein Elektroauto zu kaufen um das Klima zu retten, geschweigedenn mobilitätstechnisch vom Fahrrad auf das Elektroauto umzusteigen, wenn dies nicht notwendig oder irgendwie sinnvoll ist. Ebenso rate ich niemanden jetzt noch einen Verbrenner-Neuwagen zu kaufen, sondern wenn dann ein Elektroauto. Nur – und da wird es im Artikel interessant – so toll auch die Phantasien von einer MIV-freien Mobilität mit Fahrrad, e-Bike und ÖPNV auch sein mögen, befinden sich diese im Bereich des durch den einfachen Bürger nicht signifikant beeinflussbaren Politischen. Wenn man im Artikel nach dem Wort „muss“ sucht wird klar was ich meine. Es ist nur ein Absatz und ein weiterer Satz in dem es „muss“ hagelt:

Eine Mobilitätswende, die das Prädikat nachhaltig verdient, sieht anders aus. Dafür muss der motorisierte Individualverkehr vor allem in den städtischen Ballungszentren drastisch reduziert und die E-Mobilität wohlüberlegt und mit Maßen ausgebaut werden. Die Mobilitätswende muss sich von der Wachstumslogik verabschieden und an öffentlichen Mobilitätsbedarfen ausrichten. Der benötigte stoffliche und energetische Rohstoffinput muss im globalen Süden sozialverträglich, gerecht und ressourcenschonend erfolgen – und darf keine neuen Ungleichheiten zwischen dem globalen Süden und dem globalen Norden provozieren.
Auch darf er nicht an der Bevölkerung vorbeiorganisiert werden, sondern muss deren Bedürfnisse integrieren. …

Was da nicht alles „muss“. Mein Vater hat immer gesagt: „Wenn ich muss, muss ich aufs Klo. Und sonst gar nichts“. Und genauso verhält es sich mit unserern fossillobbygesteuerten Politikern. Die müssen gar nichts, sondern sind Dank des „freien“ Mandats nur ihrem „Gewissen“ verpflichtet – so sie eines haben. Der reale sachpolitische Einfluß des Bürgers kann in homöopathischen Dosen gemessen werden, sprich unter der Nachweisgrenze. Bei Wahlen kann man bestenfalls sich aussuchen von wem man die nächsten vier Jahre das Fell über die Ohren gezogen bekommt. Toll! Einfach toll!
Es kommt aber noch besser: der Artikelautor soll ernsthaft Politikwissenschaftler an der FU Berlin sein und hat auch noch toten Baum mit seinem Gesabber bestempelt und verkauft … da fällt mir echt nix mehr dazu ein, außer m(
Die Politik und mein Finanzbudget setzen meiner mobilitätstechnischen Selbstwirksamkeit und Selbstbestimmung ziemlich enge Grenzen. Ich kann mir überlegen ob und welches Auto ich kaufe, ob das Fahrrad für meine Mobilitätsansprüche ausreichend ist, ob ich das bestehende Angebot an ÖPNV, Car-Sharing, whatever annehme oder nicht. Aber ich habe keinen signifikanten Einfluß wie die Verkehrspolitik auf kommunaler, Länder- und Bundes- oder gar EU-Ebene ausgestaltet wird, ob fossil- und autolobbygesteuert oder im Sinne eines nachhaltigen, intelligenten Verkehrskonzeptes basierend auf Fahrrad und ÖPNV.
Persönlich sei noch angemerkt, dass der Hauptgrund mich damals für ein Leben als Konsumsklave der Auto- und Erdölmafia zu entscheiden die Arroganz und Selbstherrlichkeit des Bahnpersonals war. Als Bürger werde ich im ÖPNV (der ohne Auto praktisch unverzichtbar ist, wenn man weiter weg möchte) in meiner Würde zum Beförderungsgut degradiert, das auf Befehl mit Gehorsam zu reagieren hat. Und das in einer Monopolstellung des ÖPNV. Das widerspricht meinem demokratischen Selbstverständnis.
Im Straßenverkehr muss ich mich zwar auch an Regeln halten, aber ich befinde mich dort im öffentlichen Raum in dem es keine AGB gibt, die ich mit Betreten anzuerkennen hätte. Und bei Geschäften gibt es Wettbewerb, nicht nur im Preis-Leistungs-Verhältnis, sondern auch was Freundlichkeit und Fairness betrifft.

¹ Bitte keine reale, meist unschuldige und immer leidensfähige Esel schlagen

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800km unvorbereitet auf Termin mit dem Tesla nach Polen

In der Berliner Zeitung ist der Katastrophenerfahrungsbericht eines Mietwagenkunden erschienen, der mit einem Tesla nach Polen zur Handball-WM fahren musste. Zum besseren Verständnis des Folgenden empfehle ich diesen Artikel zuerst zu lesen.

So bedauerlich die unguten Erfahrungen des Mietwagenkunden auch waren, so ungerecht ist sein Urteil in dem er dem Elektroauto alle Schuld zuschiebt und den Vermieter des Tesla so gut wie ungeschoren davon kommen lässt. Letzterer hat meiner Ansicht nach die Hauptschuld und nicht das Elektroauto, schon gar nicht im allgemeinen. Das beginnt schon damit, dass der Vermieter offensichtlich unfähig war den vereinbarten Mietwagen (einen Verbrenner-VW) in einem verkehrstüchtigen Zustand bereit zu stellen. Weiter muss es als grob fahrlässig bezeichnet werden, dem Kunden einen Tesla als „alles bestens“ Alternative anzudrehen, was sich als absolute Luftnummer entpuppte und was er hätte wissen können und müssen. Dazu der Termindruck des Kunden, der Ladepausen nicht eingeplant hatte bzw. mit Reichweite im Winter und Zeitbedarf für Ladestops vollkommen überfordert war, was aber auch nicht sein Fehler und auch nicht der des Elektroautos war, sondern wieder des „alles bestens“-Vermieters, der das hätte wissen können und müssen. Das was dann passierte war also eine Katastrophe mit Ansage. Dazu die Hilflosigkeit der Firma bei Problemen, auch wieder deren Fehler bzw. Inkompetenz.
Zu solchen Katastrophen kommen immer mehrere unglückliche Umstände zusammen. Technische Fehler oder Unausgereiftheit im Auto allein führten nicht zu der Katastrophe, das war nur noch ein Eimer Wasser in das längst übergelaufene Faß.

So verständlich auch der Unmut des Betroffenen und seines Kumpels, er hätte statt an den Elektroautos eher sein Mütchen an der inkompetenten Mietwagen-Firma kühlen sollen, die ihm dies alles hauptverantwortlich eingebrockt hat.

Die Artikelautorin hat da mit der Bildunterschrift „Eine Reise mit einem Tesla-Elektrowagen muss man anders planen.“ etwas mehr Abgeklärtheit bewiesen. Ein Elektroauto ist eben kein Verbrenner, dessen Tank man in Nullkommanix wieder aufgefüllt hat. Ein Elektroauto muss man anders fahren. Und man muss sich mit der Technik und den Besonderheiten auskennen. Früher wurde in der Fahrschule noch Motorentechnik gelehrt. Das ist wohl schon lange vorbei, aber trotzdem muss man als Fahrzeugführer mit grundlegenden Funktionsweisen seines Autos vertraut sein, allein schon um an der Tanke den richtigen Sprit einzufüllen.
Und man muss mit dem Elektroauto seine Reisen und besonders die Reisezeit richtig einplanen, auch und gerade im Winter. Mit einem vollkommen unbekannten Auto 800km eben mal zwischen Tür und Angel auf Termin und auch noch ins Ausland düsen … da lehne ich mich mal aus dem Fenster: das kann nicht gut gehen, aber nicht wegen dem Elektroauto an sich. Meine Erkenntnis, wer ein Elektroauto nicht fahren sollte lautet:
„Wenn Sie Vertreter im Außendienst mit dem Pulsschlag eines Kolibri sind, dann ist ein Elektroauto (derzeit noch) nicht das Richtige für Sie.“

Ein Wort noch zu dem Personal der Mietwagenfirma und deren Elektroauto-Kompetenz sich mit „Keine Ahnung, aber davon ziemlich viel“ zusammenfassen lässt: ich habe in Foren zu Elektroautos und auch schon im sozialen Umfeld immer wieder die Erfahrung gemacht, dass Leute, die mit dem Verkauf/Vermietung/Reparatur von Elektroautos meinen ihr Geld verdienen zu müssen, nicht selten keine Ahnung von Elektroautos haben und den Kunden das Blaue vom Himmel herunter schwatzen. Das ist aber eben nicht das inhärente Problem der Elektroautos, sondern einer Branche, für deren Protagonisten, die Jahre und Jahrzehnte nichts anderes kannten als Verbrenner und wenn sie hellere Lampen im Lampenladen gewesen wären, wohl einen intellektuell anspruchsvolleren Job gewählt hätten, Elektroautos vollkommen unbekannte Wesen sind. Das sollte man als Kunde im Hinterkopf behalten, ganz davon abgesehen, dass man sich generell nur mit Firmen einlassen sollte, die grundlegende Standards in Punkto Kompetenz und Kundenservice erfüllen.

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