Liebscher&Bracht – kommunikativ vorbildlich

Nach in letzter Zeit so viel Kritik am kommunikativen Verhalten diverser Zeitgenossen mal zur Abwechslung eines der seltenen, positiven Beispiele für Kommunikation. Liebscher&Bracht hatte ich ja schon mal positiv erwähnt. L&B betreiben einen youtube-Kanal für Übungen gegen alle möglichen körperliche Schmerzen. Nicht nur, dass diese mir persönlich gut geholfen haben, fiel mir immer positiv auf, dass – obwohl L&B ein kommerzielles Angebot (Bücher, Seminare, Übungshilfen) ist – in den Videos nicht penetrant Eigenwerbung gemacht wird und neben den vertriebenen Übungshilfen immer auch erwähnt wird wie diese mit Hausmitteln imitiert werden können. Man muss also keinen Cent ausgeben um schmerzfrei zu werden.
Hin und wieder werden auf dem Kanal sogen. „Challenges“ durchgeführt, spezielle Übungsaktionen, wie jetzt gerade kürzlich die Anti-Schmerz Challenge 2021, die heute mit dem 5-Minuten-Flow-Video endete. Leztzteres gefiel mir so gut, dass ich mich auf der Video-Seite zu ein paar positiven und auch so gemeinten Kommentaren hinreißen liess. Das sind ja offene Kommentare in einer forumähnlichen Form, wo man eigentlich nicht unbedingt eine Antwort erwartet. Man sieht auch dass es weit über hundert Kommentare in kurzer Zeit sind. Aber das L&B-Team gibt sich Mühe zu fast jedem Kommentar eine Rückmeldung zu geben und das praktisch immer in einem freundlich, höflichen Ton – auch bei mir. So viel Rückmeldung hatte ich gar nicht erwartet, zumal es nur Kommentare und keine Anfragen waren. Und das bei einem kommerziellen Angebot, das durch diese Arbeit – scheinbar – kein Geld verdient. Aber das kann sich wohl nur jemand leisten, der von seinem „Produkt“ und dessen Überzeugungskraft aus sich selbst heraus wirklich überzeugt ist und das Anpreisen mit marktschreierischen Methoden nicht nötig hat. Das ist mit Sicherheit auch die Geschäftsphilosophie der Zukunft, denn nur zufriedene Kunden werden gute Kunden. Und das gilt auch für alle non-profit Organisationen, die auf Spenden angewiesen sind: da kann man – vermeintlich – noch so hehre Ziele verfolgen, wer es sich mit seinen potentielle Spendern verdirbt, kommt nicht weit. Denn das ist eine Frage der Einstellung und zwar ob ich meine „Kunden“ als mündig ernst nehme und entsprechend respektvoll behandele, oder ob mir das egal ist und ich diese von oben herab ansehe.

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Seltsame „Rechtsprechung“ des EGMR im Fall Nawalny

Über einen Artikel auf Telepolis erfuhr ich von einer „einstweilige Verfügung“ des EGMR wonach der russische Staat aufgefordert wird Nawalny aus der Haft zu entlassen, da sein Leben i8m Gefängnis angeblich in Gefahr sei. Leider wurde dies von der Autorin weder journalistisch noch juristisch aufbereitet, denn da stellen sich dem informierten Leser zwangsläufig Fragen: was ist mit Julian Assange? was mit den inhaftierten Katalanen in Spanien? Warum gibt es da keine solche Anordnung des EGMR?
Im zugehörigen Forum ist die Empörung über den EGMR zwar groß, aber wenig erhellend wo denn hier der Knackpunkt liegt, zumal der EGMR Beschwerden eigentlich nur dann zur Entscheidung überhaupt annimmt, wenn der nationale Rechtsweg ausgeschöpft wurde.

Details finden sich erst in der Presseerklärung des EGMR. Darin heißt es

On 16 February 2021 the Court decided to indicate to the Government of Russia, under Rule 39 of the Rules of Court, to release the applicant. This measure shall apply with immediate effect. The Court had regard to the nature and extent of risk to the applicant’s life, demonstrated prima facie for the purposes of applying the interim measure, and seen in the light of the overall circumstances of the applicant’s current detention. This measure has been granted without prejudice to the Court’s
decision on the merits of the present case and the competence of the Committee of Ministers.
Measures under Rule 39 of the Rules of Court are decided in connection with proceedings before the Court, without prejudging any subsequent decisions on the admissibility or merits of the case. For further information, see the factsheet on interim measures.

Wenn ich das richtig verstehe dann ist „Rule 39 of the Rules of Court“ die Grundlage dieser Entscheidung des EGMR. In den verlinkten „factsheet on interim measures“ werden die Grundlagen solcher „einweiliger Verfügungen“ wie sie hier erlassen wurde, erläutert. Interessant ist vor allem der Anwendungsfall, sprich wo oder wo nicht eine solche Verfügung erlassen wird bzw. werden kann. Es heißt dort:

In practice, interim measures are applied only in a limited number of areas and most concern expulsion and extradition. They usually consist in a suspension of the applicant’s expulsion or extradition for as long as the application is being examined.

The most typical cases are those where, if the expulsion or extradition takes place, the applicants would fear for their lives (thus engaging Article 2 (right to life) of the European Convention on Human Rights) or would face ill-treatment prohibited by Article 3 (prohibition of torture or inhuman or degrading treatment) of the Convention.
More exceptionally, such measures may be indicated in response to certain requests concerning the right to a fair trial (Article 6 of the Convention) and the right to respect for private and family life (Article 8 of the Convention).

In the Court’s case-law as it currently stands, Rule 39 of the Rules of Court is not applied, for example, the following cases: to prevent the imminent demolition of property, imminent insolvency, or the enforcement of an obligation to do military service; to obtain the release of an applicant who is in prison pending the Court’s decision as to the fairness of the proceedings; to ensure the holding of a referendum 2; or to prevent the dissolution of a political party 3.

Also die Freilassung aus Haft ist an sich ausgeschlossen, und typische Fälle sind Ausweisungen oder Abschiebungen, wodurch der Betroffene um sein Leben oder ähnlich schwere Folgen (Folter etc.) zu fürchten hat. Es folgt die Aufzählung von kategorisierten Beispielfällen in denen es in der Mehrzahl um Ausweisungen und Abschiebungen geht. Aber es gibt auch die Kategorie:

Other applications of interim measures
Health and conditions of detention

sprich „Gesundheit und Haftbedingungen“
und wie die Beispiele zeigen geht es da nicht mehr um Ausweisung oder Abschiebung, sondern um die unmittelbaren Haftbedingungen im jeweilige Mitgliedsland, dessen Justiz diese Haft angeordnet hat. Sind also doch Haftentlassungen durch EV des EGMR möglich?
Es sind nur vier Beispielfälle angeführt, davon zwei mit HIV bzw. AIDS, ein Fall mit „Hepatitis-B-induced cirrhosis“ und ein Fall mit „a number of serious illnesses“, die alle nicht medizinisch korrekt behandelt worden seien. Der EGMR hat hier die medizinisch Behandlung angeordnet, aber keine Freilassung.

Der Fall von Nawalny ist in sofern jetzt ein Präzendenzfall, als hier der EGMR eine Freilassung aufgrund – wie er selbst schreibt – strittigen Behauptung („arguable allegation“) eines lebensbedrohlichen Anschlags auf Nawalny, dessen Leben im Gefängnis in Gefahr sieht und deshalb seine Freilassung anordnet. Da muss man sich angesichts der restriktiven Handhabung dieses Instruments, das Haftentlassungen eigentlich ausschließt, und dass Beschwerden beim EGMR sonst erheblich höhere Zulassungserfordernisse haben, fragen wie der EGMR zu dieser Entscheidung kommt.

Und man muss sich zumindest im Fall der Haftbedingungen von Julian Assange fragen, ob der EGMR hier nicht auch eine Freilassung anordnen müsste. Ein Antrag auf eine solche EV des EGMR müsste natürlich erst einmal gestellt werden, aber wenn, dann dürfte das der Prüfstein für die Glaubwürdigkeit des EGMR sein, der ohnehin schon als zahnloser Tiger mit allenfalls moralischer Autorität konzipiert wurde.

Und auch im Fall der inhaftierten Katalanen in Spanien müssten deren Anwälte die EV des EGMR auf den Prüfstein stellen, denn es gibt auch die EV-Kategorie

Right to a fair trial and legal representation

in der zwar nur zwei Beispielfälle angeführt sind, die kaum vergleichbar sind, aber der EGMR-Fall Nawalny ist auch ohne Beispiel.

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Alternatives Medienversagen – die beleidigte Leberwurst Rubikon

Der Empfänger einer Botschaft bestimmt deren Bedeutung

Seit meines Abschieds aus dem heise-Forum treibe ich mich ja vermehrt in der Szene der sogen. alternativen Medien herum und habe hier auch diverse solche empfohlen u.a auch den infosperber und den Rubikon. Zwischenzeitlich bröckelt allerdings deren Fassade doch erheblich. Der infosperber, namentlich sein Chefredakteur Urs P. Gasche hat sich mir gegenüber schon diskreditiert. Und das hat jetzt auch der Rubikon geschafft.

Bislang war ich gegenüber dem Rubikon ja eigentlich sehr positiv eingestellt. Gegenüber pauschaler Verurteilung in den Mainstreammedien oder Kritik an einzelnen Artikeln oder in den Krümeln nahm ich den Rubikon bislang auch immer in Schutz bzw. griff diese Art von Kritik als eben pauschal unbelegt oder wenig substanzbehaftet Einzelfälle ohne Aussagekraft darüber hinaus an. Aber auf einen doch krassen sachlichen Fehler in einem juristischen Artikel hin, entschloss ich mich doch mal eine E-Mail an die Adresse der Rubikonredaktion zu schreiben. Wochen ohne Antwort oder Reaktion (Korrektur des Fehlers) vergingen. Ich schickte die Mail wiederholt ab, falls übersehen. Weiterhin Null Reaktion. Dann schickte ich die Mail an einen direkten, administrativen Personenkontakt beim Rubikon mit dem ich schon einmal in Verbindung stand und fragte nach wieso es da auf Kritik an offensichtlichen Fehlern seitens der Redaktion keine Reaktion gibt. Die Antwort war haarsträubend, erklärte aber diese Ignoranz und offenbarte in aller Deutlichkeit welch Geistes Kind man beim Rubikon ist: „Qualitätsjournalismus“ in grün, der auf kritische, mitdenkende Leser pfeift und der seine Leser auch nur als stimmloses Konsumvieh braucht. Der Rubikon gibt sich zwar alternativ, ist aber genauso kritikresistent wie die Mainstreammedien in Verbindung mit fachlicher, IT- und totaler kommunikativer Inkompetenz.
Im Anhang ist der anonymisierte Mailwechsel um redundante Vollzitate gekürzt, angeführt.

Alles in allem bleibt mir nur das Fazit:

Je tiefer man in den Abgrund schaut,
desto tiefer blickt auch der Abgrund in einen hinein

Den alterna(t)iven Medien scheint es so zu gehen, dass je mehr und länger sie auf die Mainstreammedien starren, sie genau deren schlechte, menschenverachtende Eigenschaften annehmen. Ich führe die u.a. darauf zurück, dass viele die heute bei alternativen Medien tätig sind, aus dem Mainstreammedienmilieu kommen und dort sozialisiert wurden und entsprechend deren schlechten Eigenschaften wie Arroganz, Ignoranz, Standesdünkel, Elitedenken, Korpsgeist, Seilschaften etc. dorthin mitgenommen haben. Gut möglich erachte ich auch die gezielte Unterwanderung durch U-Boote von diversen Geheimdiensten u.ä. um möglichst viel kritisches Potential in der Bevölkerung zu neutralisieren. Auch führe ich das darauf zurück, dass sich die alternativen Medien – wie die Massenmedien – gleichermaßen in finanzielle Abhängigkeiten begeben und in der Folge das Geld schleichend immer mehr in den Vordergrund drängt und da bleibt die Menschlichkeit eben auf der Strecke. Marketing und Mechandising scheint bei Rubikon ebenso wie KenFM neben dem üblichen Werben um Spenden schon einen bedeutenden Stellenwert zu haben.

Und nicht nur mir scheinen sich die alternativen Medien/Parteien/Bewegungen in diesen Zeiten als zutiefst reaktionäre und elitäre Vereine zu entpuppen denen mal als kritischer Bürger, selbst wenn man eigentlich in der Sache auf deren Seite steht, nur als Ärgernis angesehen, ignoriert und – wenn man nicht Kleinbei gibt und kritisch nachhakt – offen als Querulant, Internettroll, Wichtigtuer, Erbsenzähler usw. abgestempelt wird.
Mit denen ist im wahrsten Sinne des Wortes kein (demokratischer) Staat zu machen ist. Deren Systemkritik ist nur eine Monstranz, die vorne weg getragen wird. Dahinter kommt die gleiche Menschenverachtung zum Vorschein wie sonst eben auch bei Staat, Institutionen und Massenmedien. Und das macht sie – leider – vom scheinbar Verbündeten zu Gegnern. So jetzt auch der Rubikon, der meinen acid test grandios nicht bestanden hat, ja er hat sich sogar – vermutlich naiv unwissend – sogar selbst ans Messer geliefert.

Anhang: Mailwechsel

From: Cassiel Randomson
To: GXXXX BXXXXX @rubikon.news
Date: Mon, 8 Feb 2021

Hallo GXXXX BXXXXX,

wir hatten vor einigen Monaten mal Kontakt. Ich hatte da technische
Verbesserungen für den Rubikon Atom-Feed und die konsequente
Obfuskierung der E-Mail Adressen auf der Website vorgeschlagen.

Vor einigen Wochen habe ich mich an die Redaktions-Adresse vom Rubikon
gewandt, zwecks Meldung eines groben, sachlichen Fehlers in einem
Artikel und den PGP-Schlüsseln (siehe unten).
Leider habe ich auch auf mehrfache Anfrage keinerlei Rückmeldung
erhalten, weshalb ich es noch mal über diesen Kontakt versuche. In
diesem Zuge habe ich auch festgestellt, dass meine o.g.
Verbesserungsvorschläge auf ähnlich „fruchtbaren“ Boden gefallen sind,
sprich: auch hier ist das Ergebnis Null.

Ich hab ja viel Verständnis für überlastete Mitarbeiter und ähnliches,
aber der Rubikon macht überhaupt keinen guten Eindruck, wenn selbst
wohlwollende Kontaktaufnahmen zwecks konstruktiver sachlicher und
technischer Verbesserungen einfach so ignoriert werden.
Wenn ich dagegen sehe welche Energie zwischenzeitlich in Marketing und
Merchandising gesteckt wurde, frage ich mich dann schon wie ich das
interpretieren und was ich vom Rubikon letztendlich halten soll.

Viele Grüße

Cassiel


Beginn der weitergeleiteten Nachricht:

Datum: Wed, 6 Jan 2021
An: Redaktion @rubikon.news
Betreff: Fw: P.S. Artikelkritik und PGP-Schlüssel

Beginn der weitergeleiteten Nachricht:

Datum: Wed, 23 Dec 2020
An: Redaktion @rubikon.news
Betreff: Fw: P.S. Artikelkritik und PGP-Schlüssel

Kommt hier was an?
Oder muss man hier auch x-mal nachfragen bis man eine Antwort bekommt?


Beginn der weitergeleiteten Nachricht:

Datum: Wed, 16 Dec 2020
An: Redaktion @rubikon.news
Betreff: P.S. Artikelkritik und PGP-Schlüssel

Sorry, falscher Link-Artikel
https://www.rubikon.news/artikel/so-gez-nicht-weiter

Hallo liebe Rubikon-Redaktion,

ich lese ja Rubikon inzwischen fast täglich.
Allerdings stößt mir die manchmal doch erschreckende sachliche
Inkompetenz auf wie z.B. in
https://www.rubikon.news/artikel/die-lugenmaschine
Das Bundesverfassungsgericht kürzt sich mitnichten mit BVG ab, sondern
mit BVerfG. Die Berliner Verkehrsbetriebe kürzen sich mit BVG ab.
Das macht einen juristisch peinlich-naiven Eindruck, die man sich in
diesen Zeiten nicht mehr leisten kann, zumal Rubikon seitens der
Mainstreammedien ohnehin schon als media non grata behandelt wird.

Des weiteren würde ich gerne wissen, wieso Sie keinen (gültigen)
PGP-Schlüssel mehr auf Ihrer Kontaktseite verlinken.

Viele Grüße

Daraufhin

From: GXXXX BXXXXX @rubikon.news
To: Cassiel Randomson
Date: Wed, 10 Feb 2021

Hey Cassiel,

lass uns doch auf die blumigen Worte verzichten, und direkt zum spannenden Kern kommen: deine „wertvollen“ und „konstruktiven“ Emails haben einen unfreundlichen und anmaßenden Unterton.
Bei ca. 200 Lesermails pro Tag und einem Issuetracker der mittlerweile 628 Features, Wünsche und Probleme erfasst, kann so einiges schief gehen, hinten herunter fallen oder schlichtweg ignoriert werden. Insbesondere wenn sich das kleine und überarbeitete Team als „inkompetent“, „ignorant“ oder sonstwie beleidigen lassen muss.
Konkret rangiert die Aufgabe „PGP Schlüssel“ auf Position 580 und sollte daher in absehbarer Zeit bei uns in den Fokus rücken.
Nimm diese Antwort bitte weder als Angriff noch als Verteidigung, sondern als Feedback von meiner Seite her: wenn dir ein wertvoller Dialog mit dem Rubikon Team vorschwebt um deine Kompetenzen einzubringen, kann ich dir jederzeit ein Gespräch anbieten.
Geht es dir im Gegenteil dazu eher darum, Erbsen zu zählen und dich wichtig zu machen, muss ich dich leider als Internettroll abstempeln — der Ton macht die Musik, wie du sicher weißt.
In diesem Sinne wünsche ich dir alles Gute und freue mich auf Rückmeldung auf Augenhöhe und mit ein wenig mehr Geduld.

Liebe Grüße

GXXXX BXXXXX
http://www.rubikon.news

Darauf meine famous last words an den Rubikon:

From: Cassiel Randomson
To: GXXXX BXXXXX @rubikon.news
Date: Sat, 13 Feb 2021

Sehr geehrter Herr BXXXXX,

ich würde mich ja gerne für die überraschend rasche und
aussagekräftige Antwort bedanken, fürchte aber, dass Sie auch das als
„blumige Worte“ in den falschen Hals bekommen würden. Daher verzichte
ich darauf.

Mit Bedauern stelle ich fest, dass Sie meiner Kritik am Rubikon einen
„unfreundlichen und anmaßenden Unterton“ unterstellen und
offensichtlich diese nicht als konstruktive Verbesserung verstehen
wollen, die den von den Massenmedienmachern u.ä. vielgescholtenen
Rubikon weniger angreifbar machen, sondern dies als Beleidigung eines
Internettrolls auffassen, trotz Betonung meines Wohlwollens gegenüber
dem Rubikon (Sonst würde ich ihn ja wohl kaum lesen). Aber der
Empfänger einer Botschaft bestimmt nun mal dessen Bedeutung. Nur so wie
es Ihnen frei steht meine Worte zu interpretieren so wie Sie wollen, so
steht dies auch mir zu. Also mal Klartext, so wie Sie es wünschen:

Wenn es stimmt, dass der Rubikon täglich 200 Lesermails bekommt,
aber das nach Ihren Angaben kleine und überarbeitete Team, Sie
eingeschlossen, angeblich wichtigeres zu tun hat und sich nicht anders
zu helfen weiß, als diese schlichtweg ohne das geringste Feedback zu
ignorieren und selbst auf wiederholte Nachfrage es nicht mal schafft
eine erklärende, zumindest höfliche Autorespondermail oder eine Antwort
mit einem ebensolchen Standardtext zu schicken und stattdessen heimlich
einen auf beleidigte Leberwurst macht, dann muss ich dem Rubikon nicht
nur Unhöflichkeit, sondern leider auch noch vollkommene kommunikative
Inkompetenz und Kritikunfähigkeit attestieren. Das können Sie gerne auch
als „Beleidigung“ oder was immer Sie wollen auffassen und mir auch
unterstellen was immer sie wollen, es ändert nichts an den Tatsachen und
welche Außenwirkung diese haben. Aber das scheint Ihnen ja egal zu
sein, wenn Sie selbst wohlwollende Kritik in den falschen Hals kriegen,
aber selbst nicht mal Ihre kommunikativen Hausaufgaben hin kriegen und
dass trotz Computertechnik, die geradezu prädestiniert ist
Routineaufgaben zu erledigen für die kein Personal da ist. An
IT-Kompetenz scheint es dem Rubikon auch extrem zu mangeln bzw. bei den
Verantwortlichen, die anderes für offensichtlich wichtiger erachten.
Gut, jeder wie er kann. Und ich interpretiere Ihre Antwort als genau
das was Sie sie nicht sehen wollen: als Angriff auf meine Person mit
böswilligen Unterstellungen und als billige Ausrede und Verteidigung
der fachlichen und kommunikativen Inkompetenz des Rubikon.
Übergriffigerweise wollen Sie mir eine solche Interpretation verwehren,
nehmen es sich aber selbst heraus meine Worte so zu interpretieren wie
es Ihnen passt. Aber wie es in den Wald hinein schallt, so schallt es
heraus. Und mit Verlaub: da sind die schlimmsten Corona-Blockwartfirmen
kompetenter als der Rubikon. Es war Ihre freie Entscheidung die
Sachebene zu verlassen und persönlich zu werden. Bitte! Ich kann auch
anders. Denn dumm kommen darf man mir nicht. Auf ein „Gespräch“ mit
beleidigten Leberwürsten, die mir ad hominem einen „unfreundlichen und
anmaßenden Unterton“, Trollerei, Erbsenzählerei, Wichtigtuerei etc.
unterstellen und jede Kritik gleich als persönlichen Affront auffassen
bzw. nicht unterscheiden können, kann ich verzichten. Denn Fairness und
Offenheit kann ich in einem „Gespräch“ mit so einem kommunikativen
Brunnenvergifter nicht mehr erwarten. Und auf Ihre, nach Ihrem
kritikresistenten, selbstherrlich arroganten „Feedback“ zuvor äußerst
glaubwürdigen „blumigen Worte“ vom Schluß kann ich auch verzichten.

Trotzdem nochmal: Vielen Dank, dass Sie mir so deutlich und
unmissverständlich klar gemacht haben, woran ich beim Rubikon bin:
„Qualitätsjournalismus“ in grün, der keine kritischen Leser braucht,
sondern auch nur williges Konsumvieh, das spendet und kauft und zu allem
Ja und Amen sagt. Wer in den Abgrund schaut, in den schaut auch der
Abgrund hinein. Und der Rubikon schaut offensichtlich sehr tief in den
Abgrund. Ich werde den Rubikon in künftigen Diskussionen
entsprechend „empfehlen“. Tut mir Leid, dass ich den Rubikon gegen
pauschale Anfeindungen bislang immer in Schutz genommen habe. Dem
bedarf der Rubikon offensichtlich nicht. Alle Gegner des Rubikon und
anderer alternativer Medien werden frohlocken ob dieses Bärendienstes
den Sie sich selbst erwiesen haben. Schuß ins eigene Knie vor einem
Marathonlauf. Dümmer geht’s nimmer. Es sei denn der Rubikon segelt
unter falscher Flagge und ist vom Verfassungsschutz u.ä. unterwandert
und/oder soll/will nur oppositionelle Kräfte neutralisieren und nicht
wirklich etwas verändern. Dann macht das Sinn.

Nein, bemühen Sie sich bitte nicht um eine Antwort. Ich möchte nicht
weiter Ihre offensichtlich so extrem kostbare Zeit stehlen.

Mit der Ihnen gebührenden Hochachtung

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Alternatives Medienversagen – schon wieder: infosperber

Ja, es könnte langsam langweilig werden, aber der infosperber und insbesondere sein verantwortlicher Chefredakteur Urs P. Gasche fahren gerade wohl eine Anbiederungskampagne an den Medienmainstream. Nicht nur ist er sich nicht zu blöd die Satire-Gurke des ZDF „Die heute-show“ zu verlinken, die mal wieder folgenlos nur mit dem empörten „Logik“-Wattebäuschen nach der Politik wirft, nein, Herr Gasche selbst stimmt in den Mainstream-Diffamierungskanon mit ein, wenn er pauschal und unbelegt behauptet

Der Plan einer Weltverschwörung mit Hilfe von Corona ist Fantasie.

Seither verbreiten fundamentalistische Impfgegner auf vielen Kanälen, die Spitzen des Weltwirtschaftsforums WEF hätten zusammen mit dem Milliardär und Impf-Förderer Bill Gates eine weltweite Umwälzung unserer Gesellschaftsstrukturen geplant.

Doch wer aufgrund des «Great Reset» eine Verschwörung der Weltelite und der Finanzoligarchie vermutet, hat das Buch von Klaus Schwab wohl nicht gelesen

Was Herrn Gasche nur überhaupt nicht in den Sinn kommt, dass Herr Schwab in seinem Buch vielleicht lügen könnte und dass sein ganzes humanitäres Geschwafel nur ein Ablenkungsmanöver ist. In gerade mal zwei Absätzen lässt Herr Gasche am Ende einen anderen Kritiker Schwabs zu Wort kommen, ohne dessen Gedanken aber weiter zu verfolgen:

Von welcher Seite man den «Great Reset» von Klaus Schwab auch betrachtet, ein Leitfaden für eine Weltverschwörung ist sein Buch jedenfalls nicht.

Dumm nur, wenn das außer ein paar Wirrköpfen, die man immer und überall findet, niemand behauptet hat. Aber Herr Gasche scheint weniger an echter und fundierter Kritik an Herrn Schwab und dem Kapitalismus interessiert zu sein, als diese in Schutz zu nehmen.

Dazu passt auch sein kürzlicher Artikel
Putins Repression ist anzuprangern und zu verurteilen
den man in einem Satz zusammenfassen kann: die Propaganda in die Überschrift, den Journalismus in den letzten Satz. Infosperber – absolut mainstreamkompatibel.

So langsam zeichnet sich vor meinen Augen ein ganz anderes Bild des infosperber als ich am Anfang noch von diesem hatte. Und zwar, dass es mehr um die Illusion eines alternativen Mediums geht, das den Mainstream und dessen weichgespülte Botschaften nur neu verpackt und vor allem seine perfiden Manipulationsmethoden kopiert.

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Alternatives Medienversagen – heute: infosperber

Gesetze, Gesetze. Die können wir doch ändern

Zwischenruf eines Hinterbänklers im EU-Parlament in den Vortrag eines Referenten, der ausführte, dass die Verluste in den europäischen Stromnetzen an den Kirchhoffschen Gesetzen lägen

Bloss weil ein Medium als alternativ gilt, macht es seine Sache nicht unbedingt besser als die Mainstreammedien. Heute dazu ein Beispiel aus der Schweiz mit dem infosperber:
Die Wege zum Klimaziel driften weit auseinander von Hanspeter Guggenbühl

Auf Zitate kann komplett verzichtet werden, denn in diesem Fall handelt es sich um einen Fall des Um-den-heißen-Brei-herumredens. Noch im ersten Absatz wird das Klimaziel von Paris wiederholt und dass dies bedeutet, dass das Ziel Null-Emission ist. Im folgenden, mehrere Bildschirmseiten langen Artikel scheint es aber verhandelbar zu sein, wann dieses Ziel erreicht wird. 2030? 2040? 2050? warum nicht erst 2100? oder noch später?
Was der Artikelautor entweder gar nicht kapiert hat bzw. komplett verschweigt: zum Erreichen des besagten Klimaziels von Paris hat die Menschheit nur noch ein begrenztes THG-Emissionsbudget. Wenn man dieses gerecht auf die Weltbevölkerung aufteilt, dann hat jedes Land gemäß seiner Einwohnerzahl auch nur noch ein begrenztes THG-Emissionsbudget. Das Klimaschutzziel wird nur erreicht wenn bis zum Aufbrauch dieses Budgets die Emissionen auf Null sind, sonst nicht. Da kann man beliebige Zeit-Emissions-Kurven ab jetzt berechnen: das Entscheidende ist nicht wann Null-Emissionen erreicht werden, sondern dass die Fläche unter der Kurve bis dahin im Rahmen des verbleibenden Budgets bleibt. Diese Tatsache kommt in den langschwafeligen Ausführungen des Artikelautors kein einziges mal vor. Journalist bleibt eben Journalist bzw. Universaldilettant. Und das gilt für Wissenschaftsjournalisten verschärft.

Zum Vergleich: der große Kanton Deutschland müsste bei linearem Abfall der THG-Emissionen bis ca. 2035 auf Null sein. Dazu müssten die Anstrengungen aber verdoppelt werden und das bei exponentiell steigenden Kosten pro eingesparter Tonne CO2eq. Die Alibi-Klimaschutzpolitik der vergangenen Jahrzehnte fällt uns da auf die Füsse und rückt das Erreichen der Klimaziele in de facto unerreichbare Ferne. Oder anders ausgedrückt: we are fucked!

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