Witz des Tages: Wasserstoff-Kraftwerke für Privathaushalte

Den Vogel des Tages hat Nadja Podbregar mit ihrem scinexx-Artikel Wasserstoff aus dem eigenen Garten abgeschossen. Vollkommen kritik- und merkbefreit wird hier über private Herstellung und Nutzung von Wasserstoff schwadroniert. Es geht um kleine Windanlagen mit Wasserstoff-Elektrolyseanlage für Privathaushalte. Großkotzig gleich der Aufreißer:

Minikraftwerke für alle

Da muss man gleich mal mindestens drei Fragezeichen dahinter schreiben, denn im Artikel wird
1. keinerlei Aussage zu den Kosten einer solchen Anlage gemacht.
2. nicht die Frage gestellt in wie weit Privatgrundstücke überhaupt geeignet sind für Windkraftnutzung
Die Mehrzahl der privaten Wohngebäude befinden sich in geschlossener Bebauung und damit sind die Windverhältnisse äußerst unbeständig für eine Windkraftnutzung, den dafür gilt als Daumenregel: 10-fache Höhe der Anlage hindernisfreie Sicht in die Hauptwindrichtung.

Die Anlage besteht aus speziell angepassten kleinen, effizienten Windrädern, durch deren Strom dann Wasserstoff durch Elektrolyse gewonnen wird.

Was die Windräder vielleicht an Effizienz gewinnen, wird durch die Elektrolyseverluste wieder ausgeglichen. Kartenhaus mit Mühe aufgebaut und mit dem Arsch eingrissen m(

Wasserstoff gilt als ein klimafreundlicher Energieträger der Zukunft

Aber nur bei Leuten die von Thermodynamik und Wirkungsgraden keine Ahnung haben.

Die Leichtbau-Experten haben dafür einen neuen Propeller konzipiert, der sich bereits bei einer schwachen Brise in Bewegung setzt. „Wir haben das Design der Rotorblätter daran angepasst und ihre Masse im Vergleich zu herkömmlichen Kleinwindanlagen um rund 30 Prozent verr ingert“, erklärt Marcello Ambrosio vom Fraunhofer IAP.

Die Effizienz ist also nur bei Schwachwind gegeben, aber dann bringt der Rotor eh kaum Leistung, weil im Wind keine Energie drin ist. Ein Haufen Leichtbauaufwand für übers Jahr vielleicht ein paar Prozentpunkte mehr Ertrag.

Auf komplizierte Steuertechnik und aufwändige Mechanik kann damit verzichtet werden.

Dafür wird die Elektrolyse-Anlage um so komplizierter (siehe Artikelbild) und sicher nicht billiger.

Erste Freilandtests der neuen Rotoren sollen schon in den nächsten Monaten erfolgen. Sie müssen dann im direkten Vergleich mit herkömmlichen Kleinwindanlagen zeigen, was in ihnen steckt.

Nicht mehr als proof-of-concept das Ganze, aber schon mal große Töne spucken und nicht erfüllbare Hoffnungen beim unbedarften Leser wecken.

Das Gas könnte dann beispielsweise eine Brennstoffzelle im Haus antreiben, die zugleich Wärme und Strom produziert. Besitzer von Wasserstoffautos wiederum könnten ihr Auto künftig direkt zu Hause betanken.

Eine solche Hausbrennstoffzelle und das Wasserstoffauto muss man sich natürlich auch noch dazu kaufen. Die derzeitigen Preise liegen jeweils meines Wissens im oberen fünfstelligen Euro-Bereich. Dafür kriegt man Solaranlage+Batteriespeicher+Elektroauto und zwar schon jetzt und nicht irgendwann eine Wunderwaffe gegen den Klimawandel am St.Nimmerleinstag.

An der Entwicklung geeigneter Tanks für solche Kleinanlagen arbeiten die Fraunhofer-Forscher ebenfalls bereits. Klassische Wasserstofftanks für die Industrie bestehen meist aus großen druckfesten Stahlbehältern. Für den Einsatz in tausenden Privathaushalten aber wären leichte Tanks aus Carbonfaser-Verbundstoffen wesentlich materialsparender und handlicher.

Aber nicht unbedingt billiger. Carbonfaser ist nicht gerade als Billig-Werkstoff bekannt.

Voraussetzung ist allerdings, dass sie auch stabil und sicher genug sind.

Und auch hier steht alles noch in den Sternen

Um Leckagen zu detektieren, sind in den Behälter Sensoren eingebaut. Dieses Frühwarnsystem sei eine wichtige Voraussetzung für einen sicheren Einsatz beim Endkunden.

Tja, Wasserstoff lässt sich jetzt nicht so leicht handhaben wie Strom und Batteriespeicher. Ein Toyota Mirai ist mit Sicherheitstechnik vollgestopft. Und die braucht es auch zu Hause und will auch bezahlt werden.
Und das war’s dann auch schon mit dem Wasserstoff-Propaganda-Artikel zwecks ABM für Ingenieure bei der Frauenhofer-Gesellschaft. Keinerlei Bedenken wegen Wirkungsgrad, Kosten und die Zeit, die der Menschheit beim Klimaschutz davon läuft. Wenn das Haus brennt ist es sicher sinnvoll sich die Zeit zu nehmen und zu überlegen ob man nicht das Löschwasser statt aus dem Hydranten und mit Feuerwehrschläuchen mit neu entwickelnden Fingerhüten zum Einsatzort bringt. m(

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Rachid gegen Goliathman Sachs

Once you’re in it,
then you have to win it

Manchmal lohnt es sich doch den beschwerlichen Weg durch die Instanzen zu gehen. Ich habe ja selbst schon einmal (genug fürs Leben) diesen Weg beschritten und erst am EGMR in Straßburg mein Recht und nebst Auslagen eine finanzielle Entschädigung bekommen. Aber wie auch im genannten Fall bin ich in den unteren Rechtsinstanzen, ja bis zum BVerfG gnadenlos abgeblitzt. Seitdem mache ich mir keine Illusionen mehr über die Justiz und Menschenrechte in diesem Land. Aber wer seine Rechte kennt und auch entsprechend stur und hartnäckig ist und am besten noch Nerven wie Drahtseile hat, der kann zumindest dem System ein PITA sein. Mehr ist leider nicht drin, denn wenn David auch mal einen Glückstreffer gegen Goliath landet, die Wahrscheinlichkeit des Erfolgs ist nun mal genau anders herum verteilt und eine gewonnene Schlacht ist noch kein gewonnener Krieg.

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Heise-Zensuradmins im Urlaub?

Als ich noch bis Anfang Dezember 2019 die neue heise-Zensur im Forum kennenlernen durfte, wurden Beiträge, die sich nicht „sachlich“ mit dem Thema des Artikels befassten radikal und ohne groß Federlesen gesperrt. Wenn man – wie ich – z.B. auf die Sprache des Artikels einging, sogar wenn es keine Kritik sondern Lob war, war das ein Grund zur Sperrung des Kommentars im Forum.
Jetzt tauchte im heise-Ticker ein Artikel von Martin Holland über ein „Konzept für interstellare Sonde“ auf in dem die gegenderten Ausdrücke „Forscher:innen, Ingenieur:innen sowie Enthusiast:innen“ auf. Im dazugehörigen Artikel-Forum wurde daraufhin vollkommen „unsachlich“ in der Mehrzahl der Threads über diesen Genderschwachsinn diskutiert. Bis jetzt wurde davon kein einziger gesperrt. Das wirft natürlich Fragen auf, was mit der heise-Zensur los ist. Sind die Zensuradmins im Urlaub? oder ist Ungleichbehandlung jetzt der neue Standard? An eine wirklich Besserung kann ich nicht so wirklich glauben.

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„Vereinzelte schwarze Schafe“

Wenn man eine ganze Herde schwarzer Schafe in Corona-Abstand auf die Weide stellt, kann man auch von „vereinzelten schwarzen Schafen“ sprechen.

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Scheinheiligkeit 1. und 2. Grades

Es ist bezeichnend, dass denjenigen, die den 50- Schauspielern der Aktion #allesdichtmachen vorwerfen sie würden die Tausenden Corona-Toten verhöhnen, nicht nur die Hunderttausenden Toten die ebenfalls eines nichtnatürlichen Todes sterben vollkommen egal waren und immer noch sind, sondern eben auch die lebenden Menschen, die von der Gesellschaft abgehängt worden sind und wo man schon von sozialem Mord sprechen kann. Scheinheiligkeit 1. Grades.

Und da reichen sie sich die Hand mit den lautstarken Querdenkern, denen dieser Unrechtsstaat erst seit sie selbst und persönlich von dem Corona-Staatsterror betroffen sind, zu Bewußtsein gekommen ist, HartzIV und andere soziale Ungerechtigkeiten aber keine vergleichbare Empörung hervorgerufen haben. Scheinheiligkeit 2. Grades.

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