Die Klimaschutz-Sackgasse

Nachdem ich kürzlich über die schamlosen Klimaschutzscheinheiligen hergezogen habe, aber auch Stefan Rahmsdorf als positiv-glaubwürdiges Gegenbeispiel nannte, mal ein eigener Artikel über ein weiteres positiv-glaubwürdiges Gegenbeispiel: Volker Quaschning.

Ich bin durch seinen Vortrag „Klimaschutz in der Sackgasse“ auf ihn aufmerksam geworden.
Ein Vortrag der sich mMn lohnt anzuschauen und anzuhören, auch ganz, trotz der nicht überragenden Video-Qualität (144p reicht daher vollkommen aus). Der Vortrag ist so ziemlich das krasse Gegenteil des volksverdummenden Klimaskeptiker-Videos von Jasinna. Ein kompletter Rundumschlag von der Erklärung des menschengemachten Klimawandels, Entkräftung der Klimaleugner-Argumente, welche praktischen Konsequenzen Klimaschutz hat, bis zu den politischen Dimensionen und speziell der gezielten, Kohle-lobbygesteuerten Anti-Klimaschutz-Politik der Regierung (von Versagen kann da schon keine Rede mehr sein, wenn der Klimaschutz gezielt ausgebremst wird, „Zerstörung mit Ansage“ ab 1h:06:30).

Aber an einer Stelle wird mal wieder deutlich wovon sich glaubwürdige Wissenschaftler von unglaubwürdigen Wissenschaftlern und anderen unglaubwürdigen Zeitgenossen unterscheiden:
Logik, Selbstkritik und Konsequenz.
Das wird bei Quaschning ab Minute 0h:52 deutlich, wenn er zum Flugverkehr kommt. Hier sagt er klar und deutlich, dass es hier keine (rechtzeitige) technische Lösung gibt, sondern nur eins: nicht mehr fliegen. Und er kommt dann auch sofort zu seinen persönlichen Konsquenzen: er fliegt nicht mehr.
Und er scheint in den persönlichen Konsequenzen noch weiter zu gehen, denn er ist wohl Vegetarier, wie er ab 1h:12:00 in den individuellen Klimaschutz-Fragen erklärt:

Man kann auch ohne Fleisch überleben, sonst wäre ich nicht hier

Und wieder die Frage des Fliegens bei 4t CO2 für einen Flug nach Florida:

Wenn man die Leute anspricht, nicht mal ein Unrechtsbewußtsein:
„Florida? denkst du da nicht an deine Kinder?“ – „Wieso? Die nehm ich doch mit“

Interessante CO2-Bilanz für die Deutschen:
Flüge 10%, Fleisch&Co. 16%
Sprich: allein durch Verhaltensänderung ein Einsparpotential von ca. 25%

Der Klimawandel bedeutet auch Verhaltensänderung. Und damit können wir das Schnellste bewegen. Technik dauert länger

Und auch hier hat er selbst sich eines besseren belehren müssen, da er zuerst dachte, den Leuten die Technik anzudrehen. Jetzt hat auch er erkannt, dass zu viel Zeit verstrichen ist, als dass es ohne Verhaltensänderung noch ginge.

Und er spricht auch das Generationendilemma an:

Es gibt viele alte Leute, die als Lebensziel haben, nichts mehr zu verändern. Ab 30 ist man nicht mehr sehr offen für Veränderungen. Und das ist das Problem, das die Energiewende verhindert. Die Technik und das Geld ist nicht das Problem. Das Problem ist der Mensch der nichts verändern will

Etwas naiv ist seine Ansicht zum Druck auf die Politik und dass die FFF-Bewegung nur noch ein bisschen länger auf die Strasse gehen müsse, bis sich da was bewegt. Von einer parteiübergreifenden Politik, die 30 Jahre nicht nur komplett versagt hat, sondern nur Lippenbekenntnisse abgeliefert hat und ansonsten aktiv dagegen gearbeitet hat, zu erwarten, dass diese sich von ein paar Straßenprotesten, die ein Helmut Kohl auf der halben Arschbacke ausgesessen hätte, beeindrucken lässt, ist naiv.
Ich teile daher seinen Zweck-Optimismus am Ende des Vortrags nicht.

Ich habe auch mal einen Blick auf seine Website geworfen. Dort sind viele argumentativ und logisch starke Artikel und mitunter auch starke Worte z.B. für die Klimaschutzscheinheiligen, den Verrätern des Klimaschutzes:

Wer weiterhin den nötigen Maßnahmen mit einem Ja-aber die Unterstützung verweigert, trägt unmittelbar dazu bei, dass wir auf eine Klimakatastrophe zusteuern. Daher müssen wir Scheinargumenten entschlossen entgegentreten.

aber auch an sich selbst:

Wir müssen uns aber auch an die eigene Nase fassen. Wer von uns ist selbst bereits ernsthaft auf dem Weg in eine baldige Klimaneutralität, und wer hat nicht selbst ein paar kleine Ja-aber-Argumente, warum das nicht so schnell zu erreichen ist? … Und wer stellt schon einfach so seine alltäglichen Gewohnheiten um, bei der Ernährung, im Verkehr oder im häuslichen Bereich.

und nochmal Klartext, weshalb auch ich die Klimaschutzscheinheiligen hier an den Pranger stelle:

Wir müssen künftig alle festnageln, die zwar vom Klimaschutz reden, aber nicht einmal ansatzweise das Nötige dafür tun – auch wenn diese BSW oder Bündnis 90/Die Grünen heißen. Wir sind Hunderttausende, die sich in Deutschland für die Energiewende und erfolgreichen Klimaschutz einsetzen. Aber wir haben es bislang noch nicht einmal geschafft, dass sich alle ohne Wenn und Aber zu den nötigen Maßnahmen dazu bekennen. Wir haben keine Zeit mehr, zu überlegen, was der Bevölkerung vermittelbar ist und die Menschen mit Klimaschutzlügen in Watte zu packen. Wir brauchen jetzt endlich viel mehr Menschen, die den Mut haben, Klartext zu reden und die nötigen Maßnahmen durchzusetzen.

Nur leider hat es an letzterem in den letzten 30 Jahren klimaschutzversagender Politik auch gemangelt. Zu erwarten, dass sich dies bei einem Volk, das seinen Führern ohne signifikanten Widerspruch in zwei für das Volk selbst katastrophale Weltkriege gefolgt ist, in Zukunft so ändert, dass sich in der Konsequenz was ändert, ist auch naiv. Denn mit diesem System der institutionellen Diktatur der Reichen über die Armen wird jeder Widerstand im Volk zermürbt, wo es eigentlich notwendig wäre dieses System mit all seinen Politikern mit einer Revolution zum Teufel zu schicken. Die Ironie dabei ist: alle Fakten die Quaschning in seinem Vortrag und seiner Website bringt, bestätigen dies: die Politik ist seit Jahrzehnten korrupt, das Volk lässt sich seit Jahrzehnten unterdrücken, keiner®™ wagt es zu rebellieren und es spricht alles dafür, dass es in den nächsten 30 Jahren so weitergehen wird wie in den letzten 30 Jahren. Speziell in Deutschland, denn wie schon jemand Schlaues mal feststellte:

Wenn in Deutschland für den Erfolg einer Revolution eine Grünfläche überquert werden muss, dann fällt die Revolution aus, wenn da ein Schild „Rasen betreten verboten!“ steht

Die Rahmsdorfs und Quaschnings haben im Grunde bei allem was sie sagen sachlich Recht und sie sind bei dem was sie sagen auch glaubwürdig. Nur diese politische Naivität gegenüber der Robustheit dieser korrupten, institutionellen Diktatur, wie wir sie in Deutschland haben, die muss man auch ihnen vorwerfen.

Damit es keine Missverständnisse gibt: ich will niemanden von seinen persönlichen Klimaschutzmaßnahmen abbringen oder diese gar selbst aufgeben, weil die Klimakatastrophe unausweichlich scheint und warum sollte man das Verplempern des Erdöls, das wir einsparen, den Reichen gönnen? Im Gegenteil! Zumal dies mMn auch sehr viele persönliche Vorteile bringt, im Vergleich zu marginalen Nachteilen. Von „Verzicht“ also eigentlich gar keine Rede sein kann: vollwertig vegan leben ist gesünder als sich mit Fleisch vollstopfen (vor allem für die Tiere), ein Elektroauto fährt sich besser, leiser und sauberer als jeder Verbrenner, mit Ökostrom, Windrad und Solaranlage wird man unabhängig von der Erdöl-Mafia, das Planen von Energiesparmaßnahmen kann richtig Spaß machen, weniger Konsum ist mehr und spart Geld, weniger (lohn-)arbeiten müssen bedeutet mehr Zeit, und alles zusammen macht glücklicher, auch weil es sich besser anfühlt sich nicht am Unrecht an den künftigen Generationen weiter signifikant zu beteiligen und weniger bis gar nicht mehr von der Erdöl-Gas-Kohle-Fracking-Mafia abhängig zu sein. Das bedeutet: auch wenn der Rest der Welt weiter macht wie bisher und die Klimakatastrophe unausweichlich wird, macht der individuelle Klimaschutz doch persönlich, für die eigene Lebensqualität in jeder Hinsicht einen Unterschied.

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Planeten- und Mondklassen

Auch über 10 Jahren nach der Entscheidung der IAU Pluto nicht mehr als Planet sondern als Zwergplanet zu führen, stehen sich die Lager weiter unversöhnlich gegenüber.

Ich hab mich mit dieser Frage ehrlich gesagt bislang nicht wirklich beschäftigt obwohl an Astronomie interessiert. Es erschien mir nicht besonders wichtig. Aber es ist Sommerloch, es ist schwül, es regnet gelegentlich und da kommt man manchmal auf „dumme“ Gedanken.

Mein Lösungsvorschlag: Planeten- und Mondklassen einführen

Und zwar für Planeten neben dem Kriterium der primären Umkreisung der/einer Sonne einfach nach Durchmesser:

      > 30.000km Ø : Megaplanet / Gasplanet
3.000 - 30.000km Ø : Mesoplanet / Gesteinsplanet
  300 -  3.000km Ø : Microplanet
         < 300km Ø : Planetoid/Asteroid

Bei der Fauna in der Biologie macht man das ja auch so.
Und auch in der Bodenkunde bei der Bodenart/Korngröße.
Und es ist ein einfaches und eindeutiges Unterscheidungskriterium.
Pluto wäre dann wieder ein Planet in der Klasse der Microplaneten.
Und die anderen acht größeren Planeten teilen sich zu je vier in die Klassen der Mega- und Mesoplaneten auf, die mit Gas- bzw. Gesteinsplaneten zufällig auch von der Entstehung her ähnlich sind und aufgrund ihrer Masse ihre Bahn weitestgehend freigeräumt haben. Sind also auch wieder „unter sich“. Und keiner Seite fällt ein Zacken aus der Krone.

Und für Monde (primäre Umkreisung eines Planeten) sollte man vielleicht auch gleich Klassen einführen:

    > 3.000km Ø: Megamond
300 - 3.000km Ø: Mesomond
 30 -   300km Ø: Micromond
       < 30km Ø: Lunoid

dass es da auch etwas übersichtlicher wird z.B. beim Jupiter.

Oder auch normiert nach Verhältnis des Durchmessers zum dem des jeweiligen Planeten:

      > 0,1   megaplanetarer Mond
 0,01 - 0,1   mesoplanetarer Mond
0,001 - 0,01  microplanetarer Mond
      < 0,001 planetarer Lunoid

Die Verteilung sähe dann ungefähr so aus.

Das hätte den Vorteil, dass man gleich sieht welche Monde dienstgradmäßig für einen Planeten normal sind oder eher unnormal groß (Mond/Erde und Charon/Pluto).

Eine kleine Spielerei zugegeben, aber wenn man damit diesen Streit beenden könnte.

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Die schamlosen Klimaschutz-Scheinheiligen

Ja, Freunde der Sonne, mir ist wieder mal ein besonders dreister Scheinheiliger ins Netz gegangen: diesmal eine Sie und zwar Mai Thi Nguyen-Kim mit ihrem youtube-Kanal maiLab, wo sie mit wissenschaftlichem Anspruch gesellschaftlich kontroverse Themen wissenschaftsjournalistisch behandelt.

Da hat sie nun also kürzlich lang und breit die Aussagen des Rezo-Videos zum Klimawandel geprüft und mit Gastkommentar von Eckart von Hirschhausen nachgewürzt, der sich zumindest zu einem „weniger fliegen“ hinreißen konnte. Den Aussagen zum Klimawandel, seinen Ursachen und Folgen, kann ich nicht widersprechen, allerdings ist ihre Message am Ende „Wählen gehen“ gelinde gesagt grob fahrlässig.

Nur knapp 1½ Monate später publiziert sie ein Video über das deutsche Homöopathiegesetz bzw. die Ausnahmen die dafür im Arnzeimittelgesetz gemacht werden. Rein inhaltlich ist auch daran nicht viel auszusetzen, außer, wenn man sich öffentlich in ein juristisches Minenfeld begibt, daraufhin abgemahnt wird, dass man dann doch so viel Arsch in der Hose haben sollte auch einen (Muster-)Prozess zu führen.
Aber das eigentlich Interessante kommt am Anfang: dort berichtet sie offen und frei, dass sie kürzlich in den USA war und dort gesehen hat, dass homöopathische Produkte in den pharmacies einen Nicht-Wirksamkeits-Hinweis haben. Ja, Frau Nguyen-Kim, wie sind Sie denn nach Amerika gekommen? gerudert? Oder gehören Sie auch zu jener Sorte Mensch, die wie diverse Grünen-Politiker zwar den Klimaschutz wie eine Monstranz vor sich her tragen, aber dass doch bitteschön alle anderen (vor allem die Armen) doch nicht das Öl verbrennen mit dem Sie weiter um die Welt jetten wollen? Fragen über Fragen. Frau Nguyen-Kim kommt nicht einmal der Gedanke, dass ihr Mobilitätsverhalten und ihre politischen Predigten zum Klimaschutz doch zumindest Erklärungsbedarf haben könnten. Und hier kommt ein zweiter Begriff dazu: schamlos! Wer vollkommen schamlos und öffentlich zugibt als Europäer mal kürzlich in Amerika gewesen zu sein, als sei es das Selbstverständlichste auf der Welt, sich aber gleichzeitig beim Klimaschutz so weit aus dem Fenster lehnt, der sollte doch hierzu eine Erklärung oder zumindest einen Disclaimer abgeben. Nichts davon ist bei Frau Nguyen-Kim zu finden, auch nicht in der Beschreibung des Videos.

Um mal ein positives Gegenbeispiel zu bringen: Stefan Rahmsdorf, ein renomierter Wissenschaftler des PIK in Potsdam, der sich zum Thema Klimawandel immer extrem öffentlich exponiert, schreibt in seinen Blogs nicht nur gegen die Leugner des menschengemachten Klimawandels an, sondern erklärt auch welche persönlichen Konsequenzen dies für sein privates und berufliches Mobilitätsverhalten hat. Das ist vorbildlich, auch dass er zugibt noch aus beruflichen Gründen gelegentlich zu fliegen, dies aber drastisch eingeschränkt hat. Ihm nimmt man es ab, dass er was aus der Klimadebatte gelernt hat, er wirklich nicht mehr gerne fliegt und er sich wirklich besser fühlt, wenn er es nicht tut.

Bei Frau Nguyen-Kim ist nirgends eine solche Erklärung, selbstkritische Einstellung oder selbstreflektierender Sinneswandel zu finden. Ich habe jedenfalls keine gefunden. Und wenn es sie doch gibt (Hinweis bitte in den Kommentaren), dann ist es ja nicht zu viel verlangt, diese im Begleittext bei den anderen Quellen und Hinweisen zu verlinken. Einem logisch denkenden Mensch muss es doch eigentlich klar sein, dass Fliegen heutzutage in Zeiten des Klimawandels genauso bedenklich ist, wie FCKW-Sprays zu Zeiten des Ozonlochs.
Dass Frau Nguyen-Kim es nicht tut, lässt für mich nur den Schluß zu, dass bei ihr das Prinzip „Wasser predigen und selbst Wein trinken“ gilt (auch wenn sie Alkohol als asiatischstämmig wohl nicht gut verträgt). Und Frau Nguyen-Kim gehört auf jeden Fall auch zu der Sorte intellektueller Klug$©ħ€ı$$€®, die Dummheit und Naivität für sich nicht in Anspruch nehmen können.

Und damit beschädigt sie die Glaubwürdigkeit derjenigen die – eigentlich mit gutem Grund – Klimaschutz fordern. Denn zu Recht wird dann der Generalverdacht erhoben, dass hier nur reiche Wohlstandsbürger verhindern wollen, dass die Armen das Öl verbrennen, mit dem sie weiter in Saus und Brauss im Luxus leben wollen. Damit sind sie moralisch nicht besser als alle Leugner des menschengemachten Klimawandels, die auch nur nach dem St.Florians-Prinzip handeln und hoffen, dass es nicht sie als Reiche, sondern die Armen trifft. Der Unterschied ist nur, dass die einen wollen, dass der Klimaschutz nur die Armen trifft und die anderen, dass die Folgen des Klimawandels nur die Armen trifft. Und die korrupten Politiker egal ob rot, grün, gelb, schwarz, braun werden dafür sorgen, das dieser Wille der Reichen – so wie immer – auch Realpolitik wird. Na, schönen Dank auch an all diese Verräter des Klimaschutzes.

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Was macht eigentlich Bernhard Lassahn?

Da ist mir beim intellektuellen Bergwandern mal wieder ein fetter Felsbrocken in den Weg gefallen, den ich jetzt versuchen muss mit dem Geologenhammer in handlichen Schotter zu zerlegen.

Es begann damit, dass ich gestern Abend im Bett nach längerer Zeit mal wieder ein kleines Buch zur Hand nahm und darin las. Es handelt sich um „Der Bonsai will das“ von Bernhard Lassahn. 1. Auflage 1989, 60 Seiten. Dieses Buch habe ich vor ca. 30 Jahren vom Autor selbst mit persönlicher Widmung auf meine Anfrage beim Radio hinsichtlich eines seiner Audio-Beiträge unaufgefordert zugeschickt bekommen. Der Sender hatte meine Anfrage offensichtlich an ihn weitergeleitet, was ihn darauf zu dieser sehr persönlichen Geste veranlasste.

Dieses kleine Buch mit 22 „Minis“ befindet sich nun also schon seit 30 Jahren in meinem „Bücherschrank“ und ich habe in unregelmäßigen Abständen immer mal wieder darin gelesen, obwohl ich alles schon kannte. Ich habe nicht viele gute Bücher, die aber lese ich gerne immer wieder mal und sei es nur einzelne Abschnitte, die mich nachhaltig beeindruckten.

Bernhard Lassahn fiel mir schon in den 1980ern als Wortkünstler in seinen Radio-Minis auf. Noch sehr in Erinnerung (und teilweise als Mitschnitt erhalten) ist ein Lesung von ihm mit solchen Minis, die im Radio, dem damaligen Südwestfunk, übertragen wurde, im Stil ähnlich dem was ein Horst Evers oder eine Marc-Uwe Kling tun. Und nach gestern nach ca. 25 Jahren im Internet fragte ich mich spontan: was macht eigentlich Bernhard Lassahn heute?

Also nach Bernhard Lassahn im Netz gesucht und auch schnell fündig geworden. Er ist natürlich jetzt auch 30 Jahre älter geworden und immer noch 20 Jahre älter als ich, aber er schreibt noch immer. Nicht nur Bücher, sondern auch in Blogs wie z.B. bei achgut.com/autor/lassahn. Zuerst las ich Beiträge von ihm, die sich mit Feminismuskritik und sozialer Gleichmacherei befassten, oder auch mit Dummfragen und konnte darin relativ gut nachvollziehen, warum mich schon vor 30 Jahren seine Beiträge fasziniert hatten.
Ich dachte mir: das was ich mit naturwissenschaftlicher Logik mir erschlossen habe, darauf kommt er mit dem gesunden Menschenverstand und kann es vor allem auch mit passenden Worten beschreiben. Seine politisch unkorrekten Ausführungen in den genannten Artikeln korrespondieren sehr mit meinen zum Unterschied der Geschlechter, Parteien und Wahlen und Genderwahnsinn.

Und dann stieß ich auf seinen Artikel zur Klimaschutzdebatte und dachte noch zuerst, wenn er schreibt:

In Wahrheit wollen die Grünen aber mit der CDU gemeinsam die Sache weiter gegen die Wand fahren.

dass wir auch hier (nicht ganz) zufällig i.S.v. coincidence der gleichen Meinung sind.

Aber dann habe ich mir das von ihm empfohlene, verlinkte Video angesehen und mir ist beinahe die Kinnlade runtergefallen: ein Video, das so auch als AfD-Werbevideo durchgehen kann und in dem von vorne bis hinten der menschengemachte Klimawandel durch Treibhausgasemissionen komplett geleugnet bzw. FUD gestreut wird. Nachdem ich keine diskursive Verbesserung mehr erwartete, habe ich den Rest des Video nur noch grob durchgescannt. Und auf E-Autos wird auch noch undifferenziert bzw. wie im kürzlichen TV-Beitrag des WDR eingedroschen.
Die Kommentare unter dem Lassahn-Artikel liessen auch keine Fehldeutung der klimawandelleugnerischen Intension zu, sowohl von Autor als auch Video. Was als eine „verbesserte“ Version des Rezo-Videos in dem – ganz auf meiner Linie – auch die Grünen ihr Fett wegbekommen sollten, von Lassahn angekündigt wurde, entpuppte sich als das krasse Gegenteil, nämlich einem „AfD-Werbevideo“ (wenn man das Rezo-Video wie Lassahn selbst als „Grünen-Werbevideo“ ansieht, weil er darin CDU/CSU, SPD und AfD stark kritisiert). Da war ich schon geschockt wie jemand nicht unintelligentes auf so billige Polemik hereinfallen kann. Im folgenden ein kurzer Einschub zur Kritik an diesem Video.


Es handelt sich um ein Video von Jasinna auf youtube v=qhBodWEorgY vom 08.05.2019 das mit „Eine kleine CO2 Horror-Geschichte“ betitelt ist. Unhöfliche Länge: über eine Stunde, vergleichbar dem von Rezo.
Das Ganze ist im wesentlichen eine Aneinanderreihung von TV-Schnipseln und Screenshots von Zeitungsartikeln der Mainstreampresse. Die Autorin sucht sich einfach irgendwelche Aussagen, die ihr in den Kram passen heraus und fügt diese „logisch“ aneinander. Eine (selbst-)kritische Hinterfragung der Prämissen findet nicht statt, sondern werden einfach als „wahr“ dargestellt, so wie die der Gegenseite als „Lüge“. Das alles kann nur schwerlich kognitiv, sachlich und wissenschaftlich und selbst journalistisch als akzeptabler Diskurs hingenommen werden. War das Rezo-Video noch mit wissenschaftlichen Fußnoten ohne Ende gespickt, werden hier nur irgendwelche Wetterfrösche im mdr-Fernsehen, Artikel-Schlagzeilen aus Spiegel, Welt&Co., TV-Ausschnitte von mündlichen Anhörungen angeblicher „Experten“ im Bundestag usw. usw. so aneinander gepappt, wie es der Autorin in den Kram passt. Die Argumente der Gegenseite werden auf „Quatsch“-Zitate reduziert. Ernstzunehmende Wissenschaftler der Gegenseite wie z.B. ein Stefan Rahmsdorf kommen in dem Video trotz der Länge mit einer Schnittgeschwindigkeit eines Musikvideoclips, gar nicht zu Wort, von einem Diskurs mit wissenschaftlichem Anspruch ganz zu schweigen. Ein Journalist hätte wenigstens eine Stellungsnahme zu den Vorwürfen eingeholt. Ich kann alle, die zu den vor dem Klimawandel warnenden Wissenschaftlern halten, verstehen, dass ihnen zu einem so polemischen Propaganda-Video, wie es die Erdölmafia fast nicht hätte besser machen können, nicht viel einfällt außer name calling, aber ich finde es ist wichtig, sachlich und auf Metaebene die mangelnde wissenschaftliche und diskursive Satisfaktionsfähigkeit des Videos heraus zu stellen. Denn auch wenn das Video wissenschaftlich nicht ernst zu nehmen ist, politisch muss man es ernst nehmen, denn es hat öffentliche Wirkung, so wie auch das Rezo-Video. Die Kommentare unter dem Video und dem Lassahn-Artikel sprechen Bände, welche Folgen solche rabulistische Desinformation hat.

Ich habe das Video wie schon gesagt mir nicht in seiner unhöflichen Länge angetan, denn es war für mich nicht im geringsten unterhaltsam, sondern eine Beleidigung meines kritischen Intellekts. Da was da angeblich zum „selberdenken“ anregen sollte, war wohl nicht auf eine kritische Rezeption des Videos selbst gedacht, sondern nicht mehr als das unkritische Nachplappern der Halbwahrheiten im Video. Ich tu mir vielleicht das Video noch mal irgendwann in seiner unhöflichen Länge an, aber jetzt hier jede einzelne Lüge und Halbwahrheit herauszuarbeiten ist eine kaum leistbare Arbeit. Z.B. soll der eine „Wissenschaftler“ in der Anhörung der den Treibhauseffekt leugnet von RWE gekauft sein.
Man müsste da eigentlich jede von der Autorin hingerotzte Prämisse hinterfragen und die Hintergründe recherchieren und die vielen wissenschaftlichen und argumentativen Lücken auffüllen. Wenn das jemand machen kann und will, dann hat der meinen Respekt und meine Achtung und ich helfe gerne dabei, wenn ich soll.


Soweit der Einschub. Was mich bei einem Bernhard Lassahn wundert ist, dass ihm seine eigenen Widersprüche zum Video nicht auffallen. Wie soll jemand, der das Rezo-Video „gut“ fand, dieses Jasinna-Video als „Ergänzung“ auffassen, wo es das krasse Gegenteil davon ist? Rezo hat mit keinem Wort den menschengemachten Klimawandel geleugnet und ganz klar hinsichtlich dieser Frage genau das vertreten, was die Wissenschaftler des IPCC oder des PIK wie Stafan Rahmsdorf sagen. Nicht der leiseste Hauch von Klimawandelleugnen ist bei Rezo zu finden. Das Jasinna-Video besteht praktisch nur aus Klimawandelleugnen bzw. -FUD.

„Alles gut“? Oh, nein, Herr Lassahn, nichts ist gut an diesem Video von Jasinna, außer, dass es als abschreckendes Beispiel für die rabulistische Desinformation der Klimawandelleugner dienen kann. Und dass jemand wie Sie, der ob seiner Intelligenz Naivität nicht für sich in Anspruch nehmen kann, dem auf den Leim geht und nicht die krassen, diskursiven Lücken in der Argumentation erkennt, ist schwer enttäuschend.
Es sei denn Ihr Artikel war eine Satire auf die Klimawandelleugner, aber dann sollten Sie vielleicht noch mal Ihren Ratgeber „Wie unterscheide ich Satire von der Wirklichkeit“ lesen. Das einzige was ich bedingt gelten lassen würde, ist die Tatsache, dass Sie zwar eine akademische Bildung haben, aber nicht Naturwissenschaft studiert haben und in der Folge mit fachlich ernstzunehmendem naturwissenschaftlichem Diskurs und dem Erkennen eines solchen nicht kompetent sind. Aber selbst dann sollte Ihnen ein rabulistischer FUD ins Auge fallen oder Sie schweigen besser dazu als sich auf fachfremdes Terrain zu begeben.
Einzig ihre Nachbemerkung:

Ich stelle meine Gedanken zur Diskussion – und bin bereit, mich belehren zu lassen und die Meinung zu ändern

lässt mich etwas hoffen, dass Sie einer Neubewertung dieses Videos von Jasinna nicht vollkommen negativ gegenüber stehen.

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Rezo-Light

Das Original-Video dauert fast eine Stunde.
Es geht auch kürzer, quasi Rezo-light
youtube: h5MJn_Yy7aA&t=49m30s (ca. 5 Minuten)
und das gleiche für die grüne CDU
youtube: SRZ7C01mDRI (nur ca. 3 Minuten)
(Offline Kopien machen, man weiß nie bei youtube)

Eigentlich ist das Rezo-Video eine Beleidigung an den Intellekt:
wie blöd muss man eigentlich gewesen sein, wenn man erst nach dem
Rezo-Video feststellt: „Oh, CDU und SPD sind echt so inkompetent,
korrupt und verlogen? Das ist mir vorher echt nicht aufgefallen …“
Wer, der zwei Augen, zwei Ohren und dazwischen irgendwie ein Gehirn
hatte, wusste das nicht schon vorher? Aber wir sind wohl nicht nur ein
Volk, sondern auch ein dummes Volk von Untertanen, die zu blöd zum
emanzipierten Denken sind und betreutes Denken brauchen.

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Deutschland, das Land der dichten Denker

Anlässlich eines in Telepolis abgedruckten E-Mail Interviews mit dem Autor des Videos „Die Zerstörung der CDU“ und den Reaktionen auf meinen kritischen Kommentar im zugehörigen Forum, muss ich nach längerem Nachdenken doch mal mein Gedanken über den geistigen Zustand dieses Landes in der Mitte Europas in Worte fassen.

Gut. Den Deutschen wurde seit 1848 mit Rohrstock, Befehl und Gehorsam, Pulver und Blei jeglicher demokratischer Geist nachhaltig ausgetrieben. Wir kennen nichts anderes als Feudalismus, Diktatur, Faschismus und bestenfalls einen perfiden Abklatsch von Demokratie. Aber wenn ich mir den Zustand im Jahr 2019 und speziell der vorgeblich intellektuell-kritischen Kräfte in Deutschland ansehe, dann ist das doch sehr beschämend, wie sehr hier noch im politischen Laufställchen und systemunkritisch agiert wird.
Praktisch niemand®™ stellt dieses System mit seinen korrupten, machtzerfressenen Politikern, Parteien, „Qualitätsmedien“, „unabhängigen Justiz“, „freien“ Wahlen und seiner „freiheitlich, demokratischen Grundordnung“ *kotz* in Frage. Drei Tage vor der Wahl zum EU-Parlament schallt es aus allen Ecken wieder „Wählen gehen! Wählen gehen!“ – auch aus dem vorgeblich kritischen Mileu wie o.g. youtube-Vlogger, der aber selbst nicht weiß was er wählen wird.

Wie beschämend dies alles ist, zeigt ein Blick in unsere Nachbarländer. Die Schweiz macht uns schon seit über 150 Jahren vor wie echte (direkte) Demokratie geht. In Großbritannien stimme Schotten über ihre Unabhängigkeit und das ganze Land über den Austritt aus der EU ab. In Frankreich gehen die Gelbwesten für (direkte) Demokratie auf die Strasse und in Katalonien wird in einem spanischen Zentralstaat, der deutlich postfaschistischer geprägt ist und einen vergleichbaren demokratischen Braindrain wie Deutschland hatte, sogar eine Volksabstimmung selbst organsisiert und gegen Polizeigewalt friedlich durchgeführt. Ein deutsche Beobachter der nachfolgenden Schauprozesse gegen die vermeintlich Verantwortlichen für diesen „Aufstand“ bzw. „gewaltsame Erhebung“ konstatiert, dass er sowas, einen selbstorganisierten Volksentscheid, noch nie erlebt habe. Das ist das beschämende Urteil über Deutschland: halb Europa macht uns politisch-emanzipatorisch was vor! Nur wir Boche, Krauts, wir deutschen Michel mit den Schlafmützen kommen nicht aus dem Mustopf raus und reden uns alle miteinander unser System schön. Es sind vorgeblich immer nur einzelne korrupte Politiker, Parteien, Skandale, Amigos. Die „Demokratie“ ist immer nur bedroht, aber wir haben sie ja angeblich „noch“.

Da muss man sich doch eigentlich an den Kopf schlagen und fragen: was geht in diesem Land eigentlich ab? vor allem wenn selbst die von denen man annehmen könnte, dass sie es besser wissen sollten, also das was man als außerparlamentarische Bürger-Opposition bezeichnen könnte und sich im Internet wie jener Vlogger mit Millionen von Klicks profiliert, oder was sich in Foren wie bei Telepolis entsprechend profiliert, wenn selbst jene wenn es um die Systemfrage geht, resigniert abwinken oder sich gar explizit gegen (direkte) Demokratie aussprechen?

Nein, ich verstehe es nicht, wie man sich so seinen Kopf in den eigenen Arsch stecken kann und den letzten Rest von politisch-emanzipatorischer Selbstachtung preis gibt. Was müssen wir Deutschen für ein traumatisiertes Volk sein, dass wir freiwillig und ohne, dass uns jemand die Pistole auf die Brust setzt so kleinmütige Untertanen bleiben, selbst wenn wir auf das System bzw. seine Protagonisten schimpfen?
Vor allem wenn die Opposition in Länder wie im ebenfalls postfaschistisch und durch einen blutigen Bürgerkrieg gezeichneten Spanien uns noch was vor machen.

Der kapitalistische Wohlfahrtsstaat

Ich weiß es nicht. Ich habe nur ein paar Arbeitshypothesen, die aber kein wirklicher Grund sind, aber vielleicht eine Erklärung. Man kann der deutschen Staatsmafia, das korrupte Konglomerat aus Wirtschaft, Politik, Justiz, Verwaltung, Massenmedien und staatlichen bzw. gleichgestellten Institutionen, viel vorwerfen, aber es ist ihr vielleicht wie in keinem zweiten Land in Europa gelungen das Konzept des kapitalistischen Wohlfahrtsstaates zu verwirklichen und die Bevölkerung damit unbewußt einzuschläfern. Der „Kartätschenprinz“ und spätere Wilhelm I. schoss die Demokraten noch einfach nieder. Bismarck begann mit gezielten, staatlichen Wohlfahrtsmaßnahmen den immer wieder aufkommenden politisch-emanzipatorischen Bestrebungen den Wind aus den Segeln zu nehmen. Adenauer hat das dann in der BRD perfektioniert. Das Ergebnis: ein Volk – oder besser ein größerer Teil davon – geniesst materielle und finanzielle Sicherheit durch staatliche (oder institutionell gleichgestellte) Kranken-, Renten-, Kranken-, Arbeitslosen-, Erwerbsunfähigkeit und sonstige Versicherungen. Insbesondere das linke, intellektuell-kritische, grüne Milieu aus dem die meiste Kritik kommt, lebt weitgehend im Wohlstand. Und Wohlstand macht eben satt. Der Intellekt sagt zwar ständig wie schlecht und korrupt dieses System ist: Klimaschutz, Umweltschutz, soziale Gerechtigkeit, Kapitalismuskritik, aber das Unterbewußtsein sagt: „Ich habe (materiell) alles. Mir fehlt an nichts. Setz dich hin und genieße“. Und dann nach einer politskandalerfüllten „Monitor“-Sendung sagt der Wohnzimmerrevoluzzer „Na, denen da oben haben sie es aber mal wieder gegeben“. Und lehnt sich zufrieden in seinen Ohrensessel, in der gut geheizten Wohnung oder im Eigenheims im Grünen mit Garage, Pkw und zwei mal im Jahr in den Urlaub fliegen, zurück.
Und jemand der unbewusst so satt ist, der wehrt sich dann auch nicht gegen ein solches System, egal wie kritisch er vom Bewusstsein gegenüber dem Staat eingestellt sein mag und wie laut er auch seiner Kritik am (virtuellen) Stammtisch Luft macht. Der kapitalistische Wohlfahrtsstaat wird ihn sogar noch ermuntern seine Kritik zu äußern und dies sogar noch institutionalisieren wie in Form dieser Politmagazine a la „Monitor“. Jammern ist ok. Nur eins ist „verboten“: Systemkritik und konstruktive Vorschläge wie es besser geht und dafür wohl auch noch auf die Strasse gehen. Und deswegen wird man das in der institutionalisierten Pseudokritik dieser Politmagazine auch nie zu hören bekommen.
Deutschland das Land der dichten, wohlstandsbesoffenen Denker mit dem Brett vor dem Kopf.
Wenn sich o.g. Vlogger die gleiche, aber konstruktive Mühe mit echter (direkter) Demokratie gemacht hätte, wie er sie destruktiv mit der CDU gemacht hat … wenn, ja, wenn … hat er aber nicht und wird er auch nicht. Sturm im Wasserglas. Das Stehaufmännchen CDU wird auch Rezo nicht „zerstören“. Ab Montag wieder: business as usual.
Und ich bin mir auch sicher, dass er mit einem konstruktiven, systemkritischen Video über echte (direkte) Demokratie nicht die Aufmerksamkeit bekommen hätte, wie mit seinem Zerstörer-Video, schon gar nicht von den Systemmedien, die von dieser Systemkatharsis („Monitor“-Syndrom) leben.

Das ist wie gesagt eine Erklärung, keine Rechtfertigung. Ich kann es nicht mit meinem Gewissen vereinbaren mich derart von diesem System einlullen zu lassen, obwohl ich selbst auch von diesem Wohlstand profitiere. Mir hat 1992 als ich durch einen massenmedialen „Betriebsunfall“ das erste Mal von echter (direkter) Demokratie hörte, niemand zwei mal sagen müssen wie wichtig das ist. Und deswegen werde ich am nächsten Samstag meine Gelbweste mit auswechselbaren Slogans anziehen, in die FuZo gehen und vor den Ständen der Parteien öffentlich symbolisch Wahlzettel verbrennen. Ja, wir können vielleicht nicht viel tun und es ist nicht unwahrscheinlich, dass das System erst aus sich heraus implodieren muss um zu seinem Ende zu kommen.
Aber für mich ist es eine Frage der Selbstachtung in wie weit ich mich zum Deppen und nützlichen Idioten dieses Systems mache oder es gar noch in Schutz nehme und gegen Systemveränderung aktiv anrede wie es nicht wenige Greta-Anhänger tun.
Und dass ich mich am Sonntag nicht an diesem Demokratie-Kasperletheater für Erwachsene beteilige und mich freiwillig selbst entmündige, ist Ehrensache.

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Folgenschwerer Fahndungsplakat-Irrtum des BKA

(dpo) Dem Bundeskriminalamt ist bei der aktuellen bundesweiten Fahndungsaktion nach gesuchten Schwerverbrechern ein folgenschwerer Irrtum unterlaufen. Auf sämtlichen Plakaten wurde vergessen den Schriftzug

„Gesucht! Tot oder lebendig!“

in sieben verschiedenen Sprachen (Deutsch, Englisch, Französisch, Russisch, Polnisch, Chinesisch, Suaheli) anzubringen, sowie die als Belohnung für die Ergreifung ausgelobte Summe zu vermerken. Lediglich wurde angegeben, welchem Verbrecherband der jeweils Gesuchte angehört.

Der Bundesverband der berufsmäßigen Kopfgeldjäger sieht seine Mitglieder in ihrer ökonomischen Existenz gefährdet, denn aufgrund der nicht vorhandenen Prämienangabe fehle die ökonomische Kalkulationsgrundlage. „Bei bis zu 7.000€ Fall-Unkosten kann das einen ehrenhaften Kopfgeldjäger schon in die Insolvenz treiben, wenn nachher nur 3,50€ dabei herausspringen“, so der Verbandsvorsitzende Karl Laschnikow.

Dem BKA ist dieser Fehler mehr als peinlich. „Wir bemühen uns die fehlenden Fahndungsangaben mit Aufklebern nachzuliefern, haben aber unser Finanzbudget bereits ausgeschöpft“, so ein Sprecher des BKA. Man sei daher auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen. Jeder Bürger solle doch in seinem Umfeld, die ihm ins Auge fallenden Plakate
„nachrüsten“. Die DIN-A4-Druckvorlagen seien auf der Website des BKA zum herunterladen bereitgestellt. Im Zweifelsfall könnten die Bürger auch selbst erstellte DIN-A4-Vorlagen mit Phantasieprämien erstellen, ausdrucken und überkleben. „Schauen Sie sich einfach die Gaunervisage an und überlegen Sie was es Ihnen wert ist, wenn die hinter Gittern sitzt. Uns ist so ziemlich alles Recht, Hauptsache diese gefährlichen Verbrecher sitzen bald hinter schwedischen Gardinen“, so der BKA-Sprecher.

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