Fall Mollath und das System der institutionellen Diktatur

Der Fall Mollath – Wer stört, wird zerstört

Es gibt ein sehr einfaches Modell zur Erklärung all dieser „Vorgänge“:
wir leben in keiner Demokratie sondern in einer institutionellen Diktatur wobei der Übergang zur totalitären Diktatur fließend ist. Der Buchauszug untermauert dies auf allen Ebenen. Meine Schlüsselsätze:

Was macht man mit einem Mollath, der die ganze Zeit „nur stört“, der seinen Mitbürgern „auf die Nerven geht“, der einfach nicht aufhören will und das vermeintlich Unabänderbare nicht akzeptieren lernt?
Die Abneigung solchen Menschen gegenüber führt zur Entmenschlichung.“

Wie viel alltägliches, „normales“ Verhalten ist wohl in einer totalen Institution überhaupt möglich? Aus der Sozialpsychologie ist bekannt, dass selbst Ärzte und Pfleger unter der totalen Situation einer totalen Institution leiden

Bis heute hat Kleists berühmteste Erzählung über den Kampf eines betrogenen Mannes gegen korrupte Rechtsverdreher und Staatsklüngel nichts an Aktualität eingebüßt

Querulantenwahn ist die letzte Verteidigungslinie einer Kumpanei von Justiz und Psychiatrie. Wer stört, wird zerstört.

Der Fall Mollath berührt unzählige Bereiche, in denen Fehler gemacht wurden und in denen es an demokratischer Kontrolle fehlt. Der Anschein der Normalität und der unfehlbaren Rechtsstaatlichkeit soll mit allen Mitteln aufrecht erhalten bleiben, sei es im Bereich Politik, Justiz, Psychiatrie oder der Medien. Überall werden Grundsätze des Gesellschaftsvertrages einer freiheitlichen Demokratie gebrochen, wenn es um die berufsständischen Interessen, wenn es um Geld, Macht und Prestige der Involvierten geht.

Es gibt ganz offensichtlich Personen, deren Menschenbild und deren Vorstellung von der Gleichwertigkeit aller Menschen korrumpiert ist. Ein elitäres Selbstbild geht einher mit der Höherbewertung der Menschen, die zur eigenen Gruppe gehörig betrachtet werden, und einer Abwertung derjenigen, die als anders, als fremd oder krank wahrgenommen werden.

Das nennt man auch Chauvinismus. Das System nenne ich institutionelle Diktatur.

Offensichtlich gibt es sowohl in Wissenschaft und Politik als auch bei Funktionseliten ebenso eine Verwechslung von Macht mit Wahrheit. Sie verwechseln ihre Macht, Normen zu setzen, mit der Entdeckung von Wahrheiten – ein Phänomen, das nicht nur systemisch bei Politikern ist, sondern offensichtlich auch in der Psychiatrie eine Rolle spielt.

Und angesichts dieser Erklärung ist es auch einfach was sich ändern muss: das System und unsere Einstellung (also die derjenigen die noch nicht von diesem System korrumpiert und besoffen ge-Macht wurden) dazu. Von den Systemvertretern ist kein Besserung zu erwarten.

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