Die Degenderisierung der deutschen Sprache

Vorschlag einer Geschlechtschreibreform

Es wird ja krampfhaft versucht die deutsche Sprache zu genderisieren, d.h. zur männlichen Form eines Substantivs muss unbedingt noch die weibliche Form dazu z.B. Bürgerinnen und Bürger, Politikerinnen und Politiker.

Skurrile Schreibweisen werden ausgedacht um die Schreibweise im Zaum zu halten: da werden die Frauen auf den Schrägstrich geschickt, man schreibt (m/w) dahinter, das Binnen-I oder militärisch „Soldat weiblich“.

Wie einfach hat es da die englische Sprache: es gibt nur einen bestimmten „the“ und einen unbestimmten Artikel „a“ und damit gibt es nur „the doctor“ und „a doctor“ und nicht „der Arzt bzw. die Ärztin“ und „ein Arzt bzw. eine Ärztin“.

Doch damit nicht genug. Inzwischen ist es anerkannt, dass es nicht nur männlich und weiblich als Geschlecht gibt, sondern diverse, ans Unüberschaubare grenzende Zahl von Zwischen- und Neutralformen. Müssen demnächst, damit diese nicht diskriminiert werden, noch für jedes Substantiv zwanzig weitere Gender-Substantive ausgedacht werden?

Gibt es einen Ausweg aus der Misere?

Angesichts dieser Genderisierung der deutschen Sprache möchte man gerne die deutsche Sprache abschaffen und durch die Englische ersetzen, was nur leider ein wenig unrealistisch ist. Auch wäre es kulturell nicht weniger barbarisch, als der anhaltende Genderisierungswahnsinn.

Man könnte natürlich versuchen es wie im Englischen zu machen: wir schaffen alle Geschlechtsartikel bis auf einen neutralen ab. Das ist nur leider auch nicht gerade realistisch. „Das Haus“, „Das Mann“, „das Frau“, „das Vase“ – wem sich da nicht die Zehennägel hochrollen, hat wohl auch sonst kein Sprachgefühl.

Aber das Grundübel sind nun mal diese drei bzw. zwei Artikel:

  • männlich – der, ein
  • weiblich – die, eine
  • sachlich – das, ein

Aber das eigentliche Problem ist doch, dass man den Artikeln geschlechtliche Adjektive verpasst hat. Die einfachste und praktischste Lösung wäre eine Geschlechtschreibreform in der den drei Artikeln einfach mit neuen geschlechtsneutralen Adjektiven bezeichnet werden. Ich schlage vor:

  • hart – der, ein
  • weich – die, eine
  • neutral – das, ein

Es kann alles so bleiben wie es ist, nur ist mit „der Arzt“ nun nicht mehr eine männliche Person mit einem Staatsexamen in Medizin gemeint, sondern eine Person welchen Geschlechts auch immer, die ein Staatsexamen in Medizin vorweisen kann. Das Substantiv „Arzt“ ist damit nicht mehr männlich, sondern ein hartes Substantiv mit den harten Artikel „der“ und „ein“. Somit gibt es nur noch harte, weiche und neutrale Substantive. Ein paar Ausnahmen sind vielleicht noch sinnvoll, wenn es sich um spezielle geschlechtsspezifische Eigennamen handelt z.B. „die Krankenschwester“ oder „die Drohne“ (interessanterweise ein männlicher Vertreter von Bienenspezies) und die klassischen geschlechtsspezifischen Bezeichnungen „Mann“ „Frau“ „Junge“ „Mädchen“ „Bruder“ „Schwester“ „Onkel“ „Tante“ „Oma“ „Opa“ usw. aber die ganzen Wortkonstruktionen um ja niemanden zu diskriminieren können in die Tonne getreten werden. Dann ist „der Präsident“ oder „der Kanzler“ keine exklusive Bezeichnung mehr für einen Mann im jeweiligen Amt, sondern nur eine geschlechtsneutrale Amtsbezeichnung die ein hartes Substantiv ist und daher den Artikel „der“ und „ein“ hat.

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6 Antworten zu Die Degenderisierung der deutschen Sprache

  1. Lemming schreibt:

    Wenn ich beim flüchtigen Lesen von „Degenderisierung“ ein paar Buchstaben überspringe, denke ich schnell an „Degenerierung“.

    • cassiel schreibt:

      Diesen Genderisierungwahnsinn braucht keine Sprache. Da kann man schon eher auf den Gedanken von Degenierung und Dekadenz kommen. Nicht phonetisch aber faktisch.

  2. Nadine schreibt:

    Wieso machen wir es nicht komplett einfach. Wir passen unsere Sprache einfach den hier lebenden Ausländern an und übernehmen das was diese uns schon vor machen. Viele helfen sich der unverständlichen Artikel zuordnung auf geschletslose Gegenstände in unsere Sprache einfach ab in dem sie einfach immer „d“sagen, z.B. d Bus, d Vase, d Schnee usw. Bei dem ein und eine kommen wir einfach dem bayrischen Dialekt entgegen. Da sagen wir dan einfach auch immer „a“ zu allem.

  3. sandra schreibt:

    Auch im Englischen kennt man „he, she und it. Im Französischen gibt es z. B. auch „le und la“. Also, ganz geschlechtslos kommt kaum eine Sprache aus. Der Versuch, etwas über Sprache gleich zu machen, was nicht gleich ist, halte ich für vollkommen daneben. Das ist in etwa so, als würde ich das Wort „verhungern“ verbieten und dann zu glauben, kein Mensch würde deshalb mehr an Unterernährung sterben. Dinge und auch Menschen sind nun mal nicht gleich. Schon mal versucht, mit einem Nagel einen Hammer in die Wand zu schlagen? Der Versuch Gleichberechtigung durch Veränderung der Sprache zu erreichen, erinnert mich sehr stark daran …

  4. re2tko2vski schreibt:

    „Es kann alles so bleiben wie es ist, nur ist mit „der Arzt“ nun nicht mehr eine männliche Person mit einem Staatsexamen in Medizin gemeint, sondern eine Person welchen Geschlechts auch immer, die ein Staatsexamen in Medizin vorweisen kann.“

    Das ist doch wieder niks anderes als verallgemeinerndes (generisches) Maskulinum, also genau das was die Femigrammatiker abschaffen wollen.

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