Ein wenig Weisheit im Corona-Wahnsinn

Weise Worte sind in Corona-Zeiten selten geworden. Ein Beispiel der wenigen habe ich ganz am Ende eines Artikels von Georg Meggle auf Telepolis gefunden:

Noch eine eher persönliche Notiz. Ich bin überzeugt, dass es unter den derzeit lebenden Menschen keinen einzigen gibt, der über die gesamte Palette der für eine umfassende Beurteilung von CORONA zuständigen Wissensbereiche einen auch nur annähernd verlässlichen Überblick hat. Wie soll man sich in einer solchen Welt orientieren?

Meine Antwort darauf wäre die, die ich schon als Kind in meinem Elternhaus in Kempten/Allgäu eingetrichtert bekam: Trau schau wem! Grob übersetzt: Schau Dich um, wem Du von Deinen Mitmenschen am ehesten Vertrauen schenken kannst. Wer sagt Dir in aller Offenheit einfach und klar seine Meinung? Wer hat in den fraglichen Bereichen die größte Erfahrung? Wer kann das Wesentliche vom Unwesentlichen trennen? Wer weicht Deinen Fragen nicht mit leeren Worthülsen aus? Wer kann Dir überhaupt noch in die Augen schauen? Usw.

Mit anderen Worten: Meide die Talkshows! Hör nicht auf die, die gleichzeitig auf allen Kanälen zu hören sind. Misstraue jedem, der spricht, als wäre er unfehlbar wie die früheren Päpste. (Der jetzige spricht selber Gottseidank anders.) So in etwa. Verlass Dich auf das, was man früher den gesunden Menschenverstand nannte! Mit diesen Kriterien lässt sich relativ zuverlässig die Spreu vom Weizen trennen.

So oder so ähnlich habe ich ja auch schon mal einen Mangel an selbstkritischer Reflexion und Irrtumskonsequenz der eigenen Position angemahnt. Leute die in Talk-Shows auftreten sind bei mir schon automatisch disqualifiziert … oups, ich war ja selber schon mal als Gast in einer … peinlich … gut, sagen wir wer mindestens zwei mal in einer Talkshow aufgetreten ist ;-) Ist jetzt auch schon 20 Jahre her und geht gerade noch als „Jugendsünde“ durch ;-)

Was zum zweiten Kriterium überleitet: Omnipräsens. Wer ständig in eine Kamera spricht, verändert sich und das nicht zum Positiven. Die Qualität der Aussagen nimmt dann deutlich ab. Paradebeispiel sind für mich Wissenschaftler die zu Wissenschaftsjournalisten werden z.B. Harald Lesch, Rangar Yogeshwar, Mai Thi Nguyen-Kim und als solche dann anfangen den größten Schwachsinn zu erzählen, der ungefiltert über den Sender geht. Und dabei haben wir es nicht mit irgendwelchen Laiendarstellern der Politik zu tun, sondern gestandenen Wissenschaftlern im Fall von Herrn Lesch sogar ein Universitäts-Professor, dem man auf seinem Fachgebiet jetzt nicht unbedingt Inkompetenz nachsagen würde. Aber wenn man zur wissenschaftsjournalistischen Allzweckwaffe des ZDF mutiert und zu jedem Mist mit Stempel „Wissenschaft“ seinen Senf dazu geben muss, dann hat das Folgen.
Von allen anderen Pappnasen, die in jeder Talk-Show sich eine Senfschlacht liefern oder die täglich über die Bundespressekonferenz der Öffentlichkeit die Hucke voll lügen, ganz zu schweigen bzw. es lohnt nicht die Mühe das irgendwie ernst zu nehmen.

Das dritte Kriterium ist mMn aber das wichtigste. Wer ständig im Duktus der Unfehlbarkeit spricht, der ist verdächtig. Wie schon Heinz v. Foerster doppeldeutig feststellte

Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners

Wer ständig von „Wahrheit“ spricht, der stempelt jeden der was anderes behauptet als Lügner ab. Und lügt dabei selbst, denn Wahrheit®™ gibt es im Sinne einer unumstößlichen Tatsache nicht. Alles ist fehlerbehaftet, selbst die präzisesten, physikalischen Messungen. Deshalb ist die Fehlerbetrachtung mittels statistischer Methoden in der Wissenschaft so wichtig. Denn ohne sie hat ein Mittelwert keinerlei Aussage bzw. stellt als Wahrheit®™ verkauft eine Lüge dar. Und so sollte man sich auch bei eigenen Aussagen immer vorsichtig und differenziert äußern, ohne die „Wahrheit“ zu bemühen und damit jeden der war anderes behauptet zum Lügner abzustempeln. Und das hat auch unwahrscheinliche Glaubwürdigkeitsvorteile, denn wenn die eigenen Aussagen selbst als grob falsch herausstellen oder fatale Konsequenzen nach sich ziehen, dann hat man noch ein Glaubwürdigkeits-Hintertürchen, wenn man die eigene Aussage nicht als die reine Wahrheit®™ verkauft hat. Auch wenn man andere Menschen zu etwas absolutistisch zwingt und nicht überzeugt bzw. diese nicht selbst entscheiden lässt oder an der Entscheidung (direkt-)demokratisch beteiligt, begibt man sich in die Unfehlbarkeitsfalle, wodurch letztlich die gesamte classe systémique der institutionellen Diktatur (Politiker, Justiz, Verwaltung, Polizei, Gesundheits(un)wesen, Massenmedien etc.) einen irreversiblen Vertrauensverlust erleidet.

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