Maßstab des Tages: Corona-Virus 1:1000000 3D-ausdrucken

Wer in seinem Leben schon mal eine topographische Karte oder Wanderkarte in der Hand hielt, dem ist meist auch eine Maßstabsangabe prominent ins Auge gefallen. Da kommen Maßstäbe 1:50000, 1:100000, aber auch 1:25000 vor. Auch Modellbauer sind mit Maßstäben vertraut: 1:25, 1:12 usw. Was aber genau bedeutet diese Eins zu Irgendwas? Im Erdkundeunterricht hat man es irgendwann mal gelernt: ein Zentimeter auf der Karte entspricht z.B. 50.000 Zentimetern in der Wirklichkeit, also 500m oder ein halber Kilometer. Die eigentlich sehr einfache Regel bei Maßstäben also lautet:

Das Verhältnis einer Vergrößerung oder Verkleinerung nennt man Maßstab. Die erste Zahl des Maßstabes bezieht sich auf das Bild und zweite auf das Original. Ist die erste Zahl des Maßstabes größer als die zweite, handelt es sich um eine Vergrößerung.

Ah ja! Also wenn ich z.B. das Modell einer Stubenfliege bastele dann habe ich einen Maßstab von z.B. 50:1, manchmal sogar noch größer.
Ja, klingt alles irgendwie sinnvoll: Dinge die zu groß sind für eine originalgroße Darstellung werden in einem Maßstab 1:X verkleinert, Dinge die zu klein sind für ein originalgroße Darstellung werden in einem Maßstab X:1 vergrößert.

Forscher haben nun das Aussehen des SARS-CoV-2-Virus genauer bestimmt doch nicht nur das:

Das Team der Coronavirus Structural Task Force hat auf Basis der neuen Erkenntnisse ein aktualisiertes Modell des Coronavirus SARS-CoV-2 für den 3D-Drucker erstellt. Wer möchte, kann sich daher ein naturgetreues Coronavirus im Maßstab ein zu einer Million ausdrucken. Die Anleitung und Dateien für den 3D-Druck wurden frei verfügbar ins Internet gestellt.

(Hervorhebung von mir)
So, so, das ca. 100nm (Nanometer) große Virus kann man also in der Größe von 0,1 pm (Picometer) ausdrucken. Respekt! Das macht natürlich Sinn, denn so ein Virus ist ja auch viel zu groß um es in Originalgröße darzustellen, geschweigedenn 3D-auszudrucken. Ja, da ist den Wissenschaftsjournalisten bei scinexx, namentlich Nadja Podbregar mal wieder der Einheitenmaßstab durchgegangen. „Eins zu einer Million“ sagt und schreibt sich halt leichter als die doch eher ungewöhnlichen „Einer Million zu eins“. Und das Hirn ausschalten ist auch leichter als es zu benutzen.

P.S. während ich den Artikel schrieb hat sie den Fehler im Gegensatz zu früher wohl doch bemerkt. Es heißt jetzt: „im Maßstab eine Million zu eins“. Aber ich hab noch eine Kopie des Originals. Dass man da einen Fehler gemacht und ausgebessert hat wird natürlich auch nicht zugegeben.

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