Inga Humpe: „Wer nicht wählt, ist ein Arschloch“

Zufällig darüber gestolpert:

Also doch lieber wählen gehen?
Na klar! Wer heute nicht wählt, der ist ein Arschloch. Weil er die Demokratie gefährdet. Wenn ich das immer höre: Die Roten sind scheiße, die Schwarzen und die Grünen auch, alle Politiker sind scheiße. Man muss doch nicht heiraten, sondern bloß wählen.

Sehr geehrte Frau Humpe,
„Wer mit Dreck wirft nimmt ihn meist vom eigenen Stecken“ und „wer mit dem Finger auf andere zeigt, zeigt immer mit drei Fingern auf sich“. Sie können Ihre öffentlichen Verbalentgleisungen und Nichtwählerbeschimpfungen also ruhig auf sich selbst anwenden und zwar weil Sie so merkbefreit sind diesen Staat für eine Demokratie zu halten. Schon Nietzsche hat gesagt:

Der Parlamentarismus, das heißt die öffentliche Erlaubnis,
zwischen 5 politischen Grundmeinungen wählen zu dürfen,
schmeichelt sich bei Vielen ein, welche gerne selbständig und individuell scheinen
und für ihre Meinungen kämpfen möchten. Zuletzt ist es gleichgültig,
ob der Herde eine Meinung befohlen oder fünf Meinungen gestattet sind.

Dem ist nichts hinzuzufügen, außer, dass Sie, Frau Humpe, mit Ihren Ansichten über das was Sie für Demokratie halten, bestenfalls die politische Weitsicht einer Fruchtfliege haben.

Ach ja, die taz:

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Konsumwahnsinn

Wir kaufen Dinge, die wir nicht brauchen,
von Geld, das wir nicht haben
um Leute zu beeindrucken, die wir nicht mögen

Walter Slezak ( 1902-1983)

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Horst Lüning – der Karl Eduard von Schnitzler von youtube

oder: das Psychogramm und die Entlarvung eines rabulistischen Egozentrikers

Falsch zugeordnete Zitate:

Die halbe Wahrheit ist eine ganze Lüge

Horst Lüning

Um es vorweg zu nehmen: Horst Lüning ist mit Sicherheit kein Kommunist, auch wenn er manchmal sein rotes Hemd (hat er auch rote Socken?) anzieht, aber er ist nach meinem bisherigen Eindruck den ich von ihm in seinen – zugegeben zeitweilig unterhaltsamen – youtube Videos habe, ein vergleichbar ideologisch verbohrter Dauerschwafler und Dummschwätzer, der rhetorisch nicht ungeschickt den Eindruck von Sachkompetenz zu erwecken versucht (die er in Teilbereichen auch hat), darunter aber seine kapitalistische Weltsicht un(selbst)kritisch untermischt und sich wenn nötig die Realitäten dafür zurecht biegt.

Seine Videos entbehren nicht einer gewissen unfreiwilligen Komik, wenn er rabulistisch mit dem Dreck auf andere wirft, den er selbst am Stecken hat oder wenn er in seinem Verhalten selbst offensichtliche Widersprüche entlarvt. Es würde einen einzelnen Artikel sprengen jede einzelne Widersprüchlichkeit und Absurdität von Herrn Lüning aufzuführen. Bei hunderten von Videos eine kaum leistbare Arbeit von der man auch durchaus sagen kann, dass es Sinnvolleres gibt als dies zu tun. Da sich Herr Lüning allerdings auch zum Generalkritiker eines Prof. Lesch und des anthropogen verursachten Klimawandels durch Treibhausgasemissionen berufen sieht, und sich selbst nicht nur als Skeptiker, sondern korrekterweise als Leugner desselben bezeichnet, möchte ich ihm zumindest diesen einen Artikel widmen und versuchen etwas hinter die Fassade des Herrn Lüning und auf dessen – nach meiner Ansicht – blinde Flecken zu blicken.
Speziell werde ich auf die zentrale, von Herrn Lüning vertretene These eingehen, dass es keinen atmosphärischen Treibhauseffekt gibt, da dies dem 2. Hauptsatz der Thermodynamik widerspräche und es in der Folge auch keinen anthropogen verursachten Klimawandel gäbe.

Auch um die Kritik gleich zu relativieren: Herrn Lüning redet nicht nur Unsinn, ebensowenig wie Herr Lesch die Ausgeburt der Lauterkeit wäre. Ich habe gerade kürzlich hier Herrn Lesch kritisiert und habe ihn schon zu alpha-centauri Zeiten kritisch gesehen, zumal ich selbst ein naturwissenschaftliches Hochschulstudium erfolgreich absolviert und abgeschlossen habe. Es gibt auch vieles weiter an Herrn Lesch zu kritisieren, insbesondere in seiner Rolle als wissenschaftsjournalistische Allzweckwaffe des ZDF, aber das ist eine andere Geschichte.

Wenn Herr Lüning über Automobiltechnik referiert (oder vielleicht eher schwadroniert) dann kann man ihm eine gewisse Sachkompetenz als studiertem Ingenieur für Luft- und Raumfahrttechnik nicht absprechen. Er hat auch offensichtlich schon mal etwas vom 2. Hauptsatz der Thermodynamik gehört, wo ich mir bei vielen (nach eigenen Angaben) Naturwissenschaftlern mit akademischem Grad überhaupt nicht sicher bin, so wie diese durch Inkompentenz in diesen Fragen bei mit „geglänzt“ haben und wo man diese eigentlich in die Grundvorlesung „Einführung in die Physicochemie“ zurückschicken müsste. Wenn sich also ein Herr Lüning über die Unsinnigkeit von Wasserstoff und Brennstoffzelle als Antrieb in einem automobilen Serienfahrzeug auslässt, dann hat das durchaus Hand und Fuß, wenn man vom etwas schwafeligen Vortragsstil absieht.

Sobald sich aber Herr Lüning darüber hinaus auf im weitesten Sinn fachfremdes Gebiet oder gar in die Politik begibt, werden seine Aussagen zum einen sehr schwammig bis apodiktisch und insbesondere in der Politik kapitalistisch ideologisch gefärbt. Er kaschiert dies – muss man ihm lassen – rabulistisch geschickt mit Allgemeinplätzchen wie „Freiheit“, „Unternehmertum“, „Wachstum“, „Wohlstand“ usw. usw. so wie wir es auch aus der Politik kennen. Auf den Kommunismus und Sozialismus schimpft er fleissig, ein bisschen Sozialpolitik lässt im Nebensatz auch noch zu, aber das Wort „Kapitalismus“ oder gar eine Kritik daran, davon findet man bei Herrn Lüning nicht viel. An den Großkonzernen und die von deren Lobby korrumpierte Politik lässt er kein gutes Haar, aber der „mittelständische Unternehmer“ ist für ihn die Ausgeburt der Lauterkeit, wozu er wohl sich selbst als Betreiber eines Whisky-Geschäftes auch zählt. Nicht weiter verwunderlich.

Wenn man ein paar von seinen nicht-technischen Videos gesehen hat, dann merkt man auch schon wie der Hase bei Herrn Lüning läuft. Nicht zuletzt entlarvt er sich indirekt selbst, vor allem wenn er mit dem Finger auf andere (wie Herrn Lesch) zeigt. Bekanntlich zeigt man ja dann immer mit drei Fingern auf sich. So auch Herr Lüning.

Freiheit, Freiheit, über alles!

Herr Lüning bezeichnet sich selbst als glühenden Verfechter der „Freiheit“. Immer wieder kommt dieses Schlüsselwort bei ihm vor. Daran hängt er dann sein „freies Unternehmertum“, die „Freiheit“ des Individuums nach seinem Glück zu streben usw. usw. an. Sogar den Egoismus lobt er als quasi die höchste Form von Freiheit. Klingt doch toll oder?
Ein Wort das bei Herrn Lüning nur leider gar nicht vorkommt ist das Wort „Verantwortung“ oder gar „soziale Verantwortung“. Und da treffen sich dann zwei, Herr Lüning und die USA, die beide nur eine „Statue of Liberty“ aber keine „Statue of Responsibility“ kennen. Herr Lüning ist dann auch voll des Lobes auf die USA und deren Leistungen für die Menschheit incl. der Befreiung Deutschlands von den Nazis, den technischen Errungenschaften usw. usw. Kein Wort zu den anhaltenden (Kriegs-)Verbrechen der USA, was schon an Geschichtsklitterung grenzt. Und wenn man sich die letzte Präsidentenwahl der USA zwischen Pest und Cholera ansieht, dann kann man an der politischen Entwicklungsfähigkeit der USA durchaus Zweifel haben. Nicht so Herr Lüning.
Er betont immer wieder, dass der Staat seinen Bürgern und vor allem seinen Unternehmern nicht hineinreden dürfe. Das scheint er auch sehr auf seine persönliche Freiheit zu beziehen. Auf seine ihm lieb gewordenen Privilegien als vergleichsweise wohlhabender Unternehmer (der sich zumindest einen Tesla leisten kann) wie das Ausleben seines Bleifuß auf der Autobahn, seine private Rentenversicherung und ähnliche Schutzzäune für Reiche scheint er nicht verzichten zu wollen bzw. lehnt jede Partei ab, von der er der Überzeugung ist, dass diese ihm etwas wegnehmen will. SPD, Linke und Grüne sowieso, aber auch CDU, CSU, FDP und auch AfD. Insbesondere in letzterem Fall ist er peinlich bemüht nicht mit diesen in einen Topf geworfen zu werden. Da kommt auch die Frage auf: was wählt eigentlich jemand wie Herr Lüning? oder gründet er gar noch eine eigene Partei? Da hört das politische Denken bei Herrn Lüning aber irgendwie auf. Der Staat soll ihm nur nicht reinreden wo es ihm nicht passt. Nur wie er das durchsetzen will, wenn es keine für ihn wählbare Partei gibt, diese Antwort bleibt Herr Lüning schuldig. Nur Empörung und youtube Videos kann es ja wohl nicht sein. Alternative Systemvorschläge wie z.B. direkte Demokratie? Fehlanzeige! Dabei könnte ja auch ein Rentensystem wie in der Schweiz rauskommen, wo jeder mit Einkommen in den Topf einzahlt und es eine Mindest- und eine Höchstrente gibt. Aber das sind für Herrn Lüning ja schon sozialistische Verhältnisse, die seine Privilegien, konkret der privaten Rentenversicherung mit der er sich der Solidargemeinschaft entzieht, bedrohen.

Und dann seine Exkurse in fachfremde Gebiete wie die der Klimatologie und Atmosphärenphysik bzw. -chemie. Als Luft- und Raumfahrtingenieur als der er in seinem Studium angeblich 15 Wochenstunden Thermodynamik hatte, maßt er hier sich an ein Urteil bilden zu können. Ob ein technisches Ingenieurstudium hierfür eine natürliche Qualifikation für Atmosphärenchemie und -pyhsik darstellt, sei mal dahin gestellt.
Wenn Herr Lüning allerdings behauptet ein atmosphärischer Treibhauseffekt sei mit dem 2. Hauptsatz der Thermodynamik für ihn nicht nur schwer vereinbar, sondern er dies zur zentralen Frage des anthropogen verursachten Klimawandels erhebt, dann darf man schon mal nach den geoökologischen Qualifikationen von Herrn Lüning fragen und wo diese in seinem Studium behandelt wurden. Skeptisch sollte auch machen, dass das Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. wo sich sicher nicht nur einige studierte Luft- und Raumfahrtingenieure befinden, die ein vergleichbares Studium absolviert haben, eindeutig zur Frage des Klimawandels und ob dieser menschengemacht ist äußert, wenn auch recht oberflächlich, aber die Grundaussage scheint auch beim DLR unstrittig zu sein, da hierzu auch Konferenzen vom DLR abgehalten werden. Ein Studium der Luft- und Raumfahrttechnik machen Herrn Lüning also nicht automatisch glaubwürdig, wenn es genug Fachkollegen mit mindestens gleicher Qualifikation gibt, die das wohl anders sehen.
Aber gut: auch wenn alle (anderen) einer Meinung sind, können alle (anderen) irren. Das ist in der Wissenschaftsgeschichte ja auch schon vorgekommen z.B. Alfred Wegener und die Plattentektonik.

Ich habe Geoökologie studiert und der Zusammenhang zwischen anthropogenen Treibhausgasemissionen und Klimaerwärmung ist nicht nur rein statistischer Natur, dessen Kausalität man nach Belieben umdrehen kann, wie Herr Lüning glauben machen will, sondern es gibt hierfür klare chemische und physikalische Kausalitäten, die nicht einfach wegdiskutiert werden können. Herr Lüning behauptet das jedoch einfach im Brustton der Überzeugung, führt ein paar Wissenschaftler und Studien an, die seine Auffassung von sonnendominiertem Klimawandel bestätigen und damit ist für ihn die Sache erledigt. Auch politisch, denn an der Sonne kann man ja nix drehen. Herr Lüning spart auch nicht mit Kraftausdrücken wie „Gehirnwäsche“, die mit dem angeblichen Märchen von der anthropogen verursachten Zunahme des Treibhauseffektes durch Treibhausgasemissionen in den Schulen mit den unschuldigen Kindern stattfände. Na dann können wir ja weiter Vollgas mit unseren Verbrennern geben, dass es noch mehr Wachstum gibt. Wenn es keinen Treibhauseffekt gibt, dann können wir ja weiter Energie verschwenden. Macht ja alles nix.

Und hier kommt wieder die verantwortungslose Haltung von Herrn Lüning zum Vorschein. Er zweifelt die wissenschaftliche Seriosität der anthropogen verursachten Klimaerwärmung durch Treibhausgasemissionen an, dass er selbst allerdings ebenso falsch liegen könnte, kommt ihm nicht in den Sinn, was schon per se unwissenschaftlich ist. Verantwortungsvoll wäre hier zumindest eine differenzierte Meinung und auch so etwas wie ein Vorsorgegedanke für den ungünstigen Fall. Aber das Wort „Verantwortung“ kennt Herr Lüning eben nicht. Mehr als Almosen für ein paar sozial Abgehängte fällt ihm dazu nicht ein, quasi der gute alte Hausbettler der Reichen für das soziale Gewissen. Mehr ist von Herrn Lüning nicht zu erwarten. Alles in allem keine sehr humanitäre Haltung von Herrn Lüning. Er liegt nicht immer völlig verkehrt, aber auch nie wirklich richtig, weil er alles durch seine ideologische Kapitalistenbrille mit zwei Freiheitsgläsern sieht. Für eine neue Brille empfehle ich Herrn Lüning eine mit Freiheits- und Verantwortungsglas.

Das alles disqualifiziert Herrn Lüning schon komplett als wissenschaftlich ernst zu nehmenden Diskutanten und dies trifft praktisch auf alle Leugner der anthropogen verursachten Zunahme des Treibhauseffektes durch Treibhausgasemissionen zu. Stefan Rahmstorf spricht von einer „Roten Karte“ für die „Leugner“ aufgrund der Tatsache, dass diese sich unwissenschaftlich verhalten. Er konkretisiert auch den Begriff „Leugner“ als aktive Lobbyarbeit mit unhaltbaren Argumenten.

Wissenschaftlich sind Leugner wie Lüning also diskreditiert, politisch muss man sie und ihre Anhänger allerdings ernst nehmen. Die Wissenschaftselite kann nicht vom hohen Ross herunter den Bürgern Klimaschutz verordnen nach dem Motto „Ihr habt eh keine Ahnung. Wir wissen Bescheid und deswegen glaubt uns das mal“. Nein, auch die Wissenschaft hat wie Politik und der Staat überhaupt eine Legitimationsbringschuld. Es ist die verdammte Pflicht und Schuldigkeit der Wissenschaft das was sie herausgefunden haben, so zu erklären, dass es der einfache Bürger versteht. Ansonsten machen sich Rechtspopulisten, Reichsbürger und Leugner der anthropogen verursachten Zunahme des Treibhauseffektes durch Treibhausgasemissionen mit einfachen, aber ebenso absurden Theorien in dieser Nische breit. Genau das erleben wir gerade.

Die Tricks der Leugner

Aufklärungsbroschüren wie die des Umweltbundesamtes gehen schon in die richtige Richtung. Auch die Frage der Existenz einen atmosphärischen Treibhauseffektes wird angesprochen. Im Folgenden möchte ich allerdings noch etwas genauer darauf eingehen, da die Leugner gezielt vermeintliche Schwachstellen herausgreifen und so das angebliche Lügengebäude zum Einsturz bringen wollen:

1. Sprachliche Ungenauigkeiten
Naturwissenschaft und deren eigentliche Sprache, die Mathematik, sind nur schwer in allgemeinverständliche Sprache zu übersetzen. Sprachliche Ungenauigkeiten und Verkürzungen wie „Erneuerbare Energie“, „Klimawandel“ oder „Treibhauseffekt“ sind kaum zu vermeiden.
Die Leugner stürzen sich auf solche Schlagwörter und versuchen daraus einen rhetorischen Strick zu drehen. Andererseits verkürzen sie selbst ihre Aussagen in gleicher Weise. Das Ergebnis ist eine sprachliche Verwirrung, wo am Ende keiner mehr genau weiß was eigentlich gemeint ist bzw. was Sache ist.

2. Klimaerwärmung und anthropogene Ursachen
Da die Klimaerwärmung nicht mehr zu leugnen ist, haben sich die Leugner auf den Treibhauseffekt und auf die anthropogenen Emissionen hierzu eingeschossen. Der Treibhauseffekt wird rundweg geleugnet. Vorderste „Argument“ bei Herrn Lüning wie bei vielen seiner Gesinnungsgenossen: die angebliche Unvereinbarkeit mit dem 2. Hauptsatz der Thermodynamik.

3. Widerlegen von nicht gemachten Behauptungen
Ein sehr beliebter Trick zur angeblichen Widerlegung von Standardmodellen durch Leugner ist das Aufstellen von Behauptungen, die im Standardmodell gar nicht gemacht werden.
Speziell im Fall von Treibhauseffekt und 2. Hauptsatz der Thermodynamik wird hier an zwei Stellen angesetzt. Zum einen wird behauptet, die Existenz des Treibhauseffekt sei bereits mehrfach experimentell widerlegt worden. Der Treibhauseffekt wird jedoch auf eine Absorption der IR-Wärmestrahlung reduziert, statt allgemein auf eine Verhinderung des Wärmeverlustes sei es durch Wärmeleitung, Konvektion oder Strahlung. Dass dann ein Glashaus keinen Strahlungseffekt zeigt, aber einen konvektiven Effekt bzw. dessen Verhinderung durch das Glas oder transparente Plastik ist trivial. Damit ist natürlich nicht widerlegt, dass es in der Atmosphäre keine Absorption durch Treibhausgase geben kann, die einen ähnlichen Wärmerückhaltungseffekt bewirken könnten. Der Begriff „Treibhauseffekt“ kann bestenfalls als unglücklich gewählt gelten, da im Treibhaus die Wärmerückhaltung vorwiegend durch Verhinderung von Konvektion geschieht, in der Atmosphäre dagegen durch Absorption. Herr Lüning erklärt das sogar selbst, aber nur fast, denn zu dieser Abstraktion des Treibhauseffektes als allgemeinem Wärmerückhaltungseffekt dafür reicht es nicht. Die Experimente zu einer Widerlegung des Treibhauseffektes durch Absorption an Glasscheiben oder ähnlichen Materialien aus denen Treibhäuser gebaut werden können, sind daher vollkommen ungeeignet zur Widerlegung desselben in der Atmosphäre. Sie beweisen nur, dass es diesen bei Treibhäusern nicht gibt. Mehr nicht.
Der Kaiserhappen der Leugner ist dann die angebliche Unvereinbarkeit mit dem 2. Hauptsatz der Thermodynamik. Sie benutzen hier die sprachliche Ungenauigkeit wonach es durch den Treibhauseffekt zu einer Erwärmung auf der Erde käme. Sie stellen nun die unsinnige und nie gemachte Behauptung auf, dass angeblich die kältere Atmosphäre die wärmere Erdoberfläche weiter erwärme, also die obere Atmosphäre abkühle wohingegen die Temperatur auf der Erdoberfläche zunehme, also entgegen dem Temperaturgefälle Wärme transportiert würde und damit tatsächlich im Widerspruch zum 2. Hauptsatz stünde.
Wenn dem so wäre, dann wäre die Atmosphäre in der Tat ein Perpetuum Mobile zweiter Art, eine Art Wärmepumpe, die ohne zusätzliche Energie niedriger Entropie Energie von kalt nach Warm schaufeln würde. Nur dummerweise ist dem nicht so und hat auch niemand außer den Leugnern behauptet. Und dass dem nicht so ist, kann jeder nachts selbst im Freien überprüfen: die Temperatur auf der Erdoberfläche sinkt nachts stetig ab (wenn man von eventuellem konvektiven Luftmassenaustausch durch das Wetter absieht) und das um so stärker, wenn der Himmel sternenklar ist. Wenn es dagegen bewölkt ist nimmt die Temperatur nicht so stark ab, aber es kommt keinesfalls zu einem Temperaturanstieg in der Nacht.
Ja, was nun: kommt es nun doch nicht zu einer Erwärmung durch den Treibhauseffekt? Doch, allerdings sehr langfristig oder anders ausgedrückt: es kommt zu einer Erwärmung des Klimas das bekanntlich über 30 Jahre gemittelt wird. Aber zwischen der evtl. verminderten, aber stetigen Abkühlung in der Nacht und einer langfristigen Klimaerwärmung zu unterscheiden, scheint aber für die Leugner eine zu große intellektuelle Herausforderung zu sein.
Fazit: kein ernst zu nehmender Wissenschaftler postuliert in seinen Modellen eine wie auch immer geartete Netto-Umkehr des Wärmetransport von der Erdoberfläche in den Weltraum, sondern nur eine Verlangsamung durch die Absorption durch Treibhausgase und je mehr Treibhausgase desto stärker ist die Verlangsamung und desto mehr Wärme bleibt im System und so kommt es eben langfristig zu einer Erwärmung. Diese Erwärmung aufgrund dieses Treibhauseffektes wurde auch schon durch direkte Messung der Wärmestrahlung durch Satelliten über mehrere Jahrzehnte bestätigt.
Damit ergibt sich auch kein Widerspruch zum 2. Hauptsatz der Thermodynamik. Die Wärme der Erdoberfläche wandert sukzessive in den sehr kalten Weltraum, sie wird nur mehr oder weniger zurückgehalten, vergleichbar einem atmosphärischen Spiegel der Licht und Wärmestrahlung in hohem Maß zurückstrahlt und so das Auskühlen verlangsamt. Über lange, klimatologische Zeiträume kann sich daher die Wärmemenge bzw. Durchschnittstemperatur der Erdöberfläche erhöhen, wenn insgesamt mehr Energie durch die Sonneneinstrahlung eingetragen, als durch die Wärmeabstrahlung ausgetragen wird.
Die Kausalkette des anthropogen verursachten Klimawandels bzw. -erwärmung ist also lückenlos: anthropogene Treibhausgasemissionen -> Anstieg der Konzentration der Treibhausgase in der Atmosphäre -> Verstärkung des atmosphärischen Treibhauseffektes -> Klimaerwärmung. Es wäre auch naiv zu glauben, dass die Freisetzung von so viel Treibhausgas pro Jahr durch die Menschheit wofür die Natur Millionen Jahre brauchte um es der Atmosphäre zu entziehen, ohne ernsthafte Folgen bliebe. Naivität kann allerdings jemand wie Herr Lüning, der so klugscheißerisch daher kommt, nicht mehr für sich in Anspruch nehmen. Auf der Suche nach einer Erklärung für Herrn Lünings Klimaleugnung könnte man abgesehen von seiner Verantwortungslosigkeit als Egozentriker böswillig das alte, in vielen Witzen (Die Fahrkarte) thematisierte Vorurteil heranziehen, wonach Ingenieure im Gegensatz zu Mathematikern/Naturwissenschaftlern Algorithmen bzw. Naturgesetze zwar anwenden können, diese aber nicht verstanden haben.
Noch böswilliger könnte man behaupten Herr Lüning handelt selbst in böswilliger FUD-Absicht z.B. um allen Profiteuren von fossilen Energieträgern und deren Ausbeutung eine PR-Vorteil zu verschaffen und damit deren Profite zu sichern. Warum er dann allerdings Tesla fährt und Solarzellen auf sein Dach schraubt, bleibt wohl sein Geheimnis.

Damit hat sich die Stichhaltigkeit des Kronzeugen-Arguments von Herrn Lüning in Nichts aufgelöst. Wie vor Gericht auch üblich wird auf eine weitere Begründung verzichtet. Klage abgewiesen. Fall abgeschlossen.
Stefan Rahmstorf schreibt:

Die Tatsache, daß die „Leugner“ trotz aller Bemühungen bislang kein ernstzunehmendes Argument gegen die globale Erwärmung¹ gefunden haben, ist vielleicht das beste Kompliment an die Klimaforschung.

¹Es müsste natürlich präzise „menschengemachte/anthropogene globale Erwärmung“ heißen

Karl Eduard von Schnitzler blieb bis zu seinem Tod unverbesserlicher Kommunist, auch als nach der Wende das System gescheitert und dessen Unmenschlichkeit deutlicher als zuvor war. Es darf bezweifelt werden ob ein kapitalistischer Schnitzler wie Herr Lüning sich je eines Besseren wird zuwenden können. So wie ich ihn in seinen Videos kennen gelernt habe, ist in seinem Kopf mindestens ebensoviel Beton. Einen so großen Irrtum oder gar böswillige Verdrehung von Tatsachen wird ein Egozentriker wie er kaum zugeben. Auch weil er mit seiner angeblichen Sachkompetenz als Ingenieur für Luft- und Raumfahrttechnik so sehr in seinen Videos zur Thermodynamik, Treibhauseffekt und über Herrn Lesch geprahlt hat, dass man ihm einen Irrtum ebensowenig abnehmen wird, wie dass VW mit dem defeat device nur „geschummelt“ hat. Und wer anderen „Gehirnwäsche“ unterstellt, der muss sich den gleichen Vorwurf gefallen lassen, wenn man ihm nachweist, dass er Unsinn als Wahrheit verkauft.

P.S. Noch ein (Nach-)Wort zu Herrn Lesch: wie ich bereits kritisierte, wagt sich auch Herr Lesch in fachfremdes Gebiet. Als Astrophysiker dürfte seine Kompetenz (bis auf wenige Ausnahmen wie falsche Einheiten) relativ unbestritten sein. Seit er allerdings die Nachfolge von Joachim Bublath beim ZDF als wissenschaftsjournalistische Allzweckwaffe angetreten hat, überschreitet er nach meinem Eindruck zu oft den Rubicon seiner wissenschaftlichen Kompetenz. Er muss sich allerdings inzwischen zu allem äußern bzw. er tut es wenn man ihn irgendwas, was irgendwas mit Wissenschaft zu tun hat, frägt. Das Ergebnis kann als wissenschaftsjournalistischer Universaldilletant nur unbefriedigend sein und liefert populistischen Leugnern des anthropogenen Klimawandels oder anderer wissenschaftlicher Standardmodelle eine Steilvorlage, vor allem wenn es sich nur um grobe Vermutungen handelt die weit ins Politische hinein reichen, wie in dem Interview zur Welt in 100 Jahren, in dem er seine Aussagen doch sehr apodiktisch vorträgt ohne diese zu relativieren oder die Unsicherheit zu betonen bzw. diese als seine persönliche Prognose zu kennzeichnen (es kann allerdings auch sein, dass das Interview für Herrn Lesch unvorteilhaft geschnitten wurde und wesentliche Aussagen von ihm, die zum Verständnis betragen würden, fehlen).

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Alle Veganer auf den Scheiterhaufen!

Im heise-Forum wird mal wieder erbittert über Veganismus, vegane Ernährung und Lebensweise gestritten. Dabei bemühen selbst ansonsten eher progressive Geister die primitivsten Vorurteile gegen die vegane Ernährung wie z.B. angeblich rachitisch und kleinwüchsige Kinder und dass tierische Nahrung für eine gesunde Ernährung notwendig sein, wir schon immer Jäger und Sammler gewesen seien usw. usw. es wird wieder nichts ausgelassen.

Dazu eine Annekdote, die sich wirklich so zugetragen hat:
Ernährungs-Vorlesung an einer deutschen Uni für Medizinstudenten. Der Dozent, ein Universitätsprofessor von dem man annehmen sollte, dass er weiß wovon er spricht hat gerade lang und breit die Notwendigkeit tierischer Nahrung für die gesunde Ernährung eines Menschen dargelegt. Nun beantwortet er Fragen aus dem Auditorium. Ein Student steht auf und fragt: wie lange könne man denn ohne tierische Nahrung als Mensch überleben? Der Dozent darauf: „zwei oder drei Jahre, höchstens fünf“. Darauf der Student: „Dann bin ich jetzt schon seit 10 Jahren tot“. Der Medizinstudent, ein Mann von 2m-Körpergröße und auch sonst stattlicher Natur, der schon damals über 15 Jahre vegan lebte und sich bester Gesundheit erfreute, lebt übrigens heute noch vegan und erfreut sich als Oberarzt eines Krankenhauses weiterhin bester Gesundheit – 20 Jahre später.

Der allgemeine Kenntnisstand nicht weniger Intellektueller in einem progressiven Forum wie dem von heise bzw. Telepolis scheint hinsichtlich der veganen Lebensweise, nicht nur der der Inquisition gegenüber Galileo Galilei zu sein, sondern sie verhalten sich auch sonst wie die Inquisition gegenüber Galileo Galilei d.h. sie würden am liebsten alle Veganer auf dem Scheiterhaufen brennen sehen, in der Hoffnung, dass dann ihr Gewissen Ruhe gibt.
Der Medizinprofessor, wie alle die gegen vegan wettern, argumentieren und polemisieren wie auch die Inquistion, wohlgemerkt auch alles gelehrte Leute haben eines gemeinsam: es mag noch so überzeugend, intellektuell, gelehrt, logisch oder gar „offensichtlich“ sein, was sie sagen, es hält einem Abgleich mit der Realität nicht stand bzw. der Existenzbeweis unzähliger langjähriger, gesunder Veganer straft sie Lügen. Ich gehe auch davon aus, dass alle die entweder ein so schlechtes Gewissen haben oder obendrein voll Hass gegen alle Veganer sind, persönlich wahrscheinlich gar keine kennen und ihr Wissen über diese nur indirekt erlangt haben und den Lügen der Fleisch-Milch-Mafia nur allzu gerne gelaubt haben. Ich hab jedenfalls noch nie einen Vegan-Kritiker erlebt, der gesagt hat: ich habe x Veganer gekannt, die alle nachweislich daran gestorben sind resp. deswegen schwere gesundheitliche Schäden erlitten haben.

Ja, hinsichtlich der veganen Ernährung sind wir wohl gerade erst am Übergang zwischen Mittelalter zur Neuzeit. Von Tierrechten ganz zu schweigen. Da wird es noch mal ein paar Jahrhunderte hin sein, bis die Tier-Sklaverei genauso abgeschafft wird wie im vorletzten Jahrhundert lange nach Galileo Galilei die Menschensklaverei in den USA.

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Ein Nachhaltigkeitssiegel das keine Nachhaltigkeit garantiert

Bumerang: Steigende Nachfrage an nachhaltig gefangenem Fisch

Noch im Januar 2010 war die portugiesische Sardinenfischerei mit dem MSC-Siegel als nachhaltig zertifiziert worden. Im Januar 2012 wurde die Zertifizierung aufgrund der zu niedrigen Biomasse des Bestands erstmalig ausgesetzt, ein Jahr später erneuert, und im August 2014 wieder suspendiert, dieses Mal bis auf absehbare Zeit wohl endgültig: Der Sardinenbestand vor Portugal ist eingebrochen. Die Fänge liegen auf einem historischen Tiefstand.

Daran mag man den Wert eines solchen On-Off-Nachhaltigkeitssiegels erkennen: Null!
Wer als Nachhaltigkeitssiegel alle paar Jahre zugeben muss, dass er nicht nachhaltigen Fischfang zertifiziert hat, der demonstriert nur seine ökologische Inkompetenz und Verbrauchertäuschung.

Ich bezweifle, dass es überhaupt nachhaltigen Fischfang geben kann und in Folge dessen man Fisch- und andere Meerestiere besser vom Speiseplan komplett streicht. Und selbst wenn ich falsch liegen sollte, dann schadet eine vegane Ernährung nicht (auch wenn die agents provocateuers der Fleisch&Milch-Lobby wider besseres Wissen anderes behaupten und die Leute verarschen), im Gegensatz dazu wenn man weiter Fisch&Co. konsumiert und sich dann herausstellt, dass es ökologischer Wahnsinn ist. Aber der Verantwortungs- und Vorsorgegedanke ist in der kapitalistischen Gier nicht vorgesehen.

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Das dringendste Problem der Menschheit

besteht offensichtlich seit Jahrzehnten darin Marsmissionen zu planen, die Landung von Menschen auf dem Mars in 10 Jahren zu versprechen, alle Jahre diese um eben diese Jahre zu verschieben und weiter zu planen. Es muss sich wirklich um das dringendste Problem der Menschheit handeln, denn mit der Rettung der Erde z.B. durch eine Eindämmung der Erderwärmung durch eine signifikante Reduktion der Emission von Treibhausgasen hat man es nicht so eilig „Lass uns doch erst mal die nächsten 100 Jahre so weiter machen. Das Klima können wir dann noch in 90 Jahren retten„. Oder man leugnet grundsätzlich einen antropogen verursachten Klimawandel, während hingegen eine Marsmission unzweifelhaft durchführbar sei.

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Angeblich will jeder vierte Autokäufer alternativen Antrieb

Einer Dummfrage zufolge soll jeder vierte potentielle Autokäufer (wer immer das sein mag) an einem alternativen Antrieb interessiert sein. Mal angenommen das stimmt, da stellt sich mir die Frage: wie blöd müssen die anderen drei von vier Autokäufern sein? Noch nie was von Tesla gehört? Keine Zeitung, kein Fernsehen und kein Internet? und selbst wenn und auch wenn man sich keinen Tesla leisten kann oder will, nicht mal der Wunsch nach einem solchen Auto, wenn schon ein Auto? oder besteht deren Welt nur aus Katzenvideos bei youtube und „Freunden“ auf Facebook? Bei angeblichen Neuzulassungszahlen von 1,6% für alternative Antriebe fragt man sich wie groß die Dummheit der Neuwagenkäufer tatsächlich ist.

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